Prozess zum Dresdner Juwelenraub: War Angeklagter zu dick zum Einbrechen?

Dresden - Im Prozess um die gestohlenen Juwelen aus dem Historischen Gewölbe werden im wahrsten Sinne schwere Geschütze aufgefahren.

Mohamed Remmo (22, M.) war zum Tatzeitpunkt wohl zu dick, um durch das schmal freigelegte Museumsfenster einzusteigen.
Mohamed Remmo (22, M.) war zum Tatzeitpunkt wohl zu dick, um durch das schmal freigelegte Museumsfenster einzusteigen.  © Jens Schlueter/AFP Pool/dpa

Laut Anklage klauten sechs Mitglieder des Remmo-Clans (22 bis 28 Jahre) Diamanten und Brillanten für 113,8 Millionen Euro. Doch angeblich war Mohamed R. (22) für die Tat zu dick und zu schwer!

Laut Anklage waren es Mohamed und Wissam, die durch das eigens ins Gitter am Fenster gesägte Loch ins Museum eindrangen, mit Äxten auf Vitrinen einschlugen und die Schmuckstücke zusammenrafften. Im Prozess gegen die mutmaßlichen Täter schweigt der Clan, wie schon im gesamten Ermittlungsverfahren.

Aber Ines Kilian, Verteidigerin von Mohamed, erklärte in ihrem Opening Statement im Saal: "Im November 2019 wog der Mandant mindestens 115 Kilogramm. Er kann keiner der Männer auf dem Video sein. Körperfülle mit solchem Schwergewicht passte er wohl kaum durch das Einstiegsloch. Er war es nicht, der eingestiegen ist."

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Der Angeklagte, der 1,88 m groß ist, habe erst nach der Festnahme abgenommen, wiegt inzwischen 84 Kilogramm. "Damit bricht die Arbeitshypothese in Bezug auf unseren Mandanten zusammen", so die Juristin.

Die Gitter vor dem Einbruchs-Fenster (r.) wurden nur zu einem kleinen Teil abgeschnitten. Passte der jüngste Remmo-Bruder da durch? Nach dem Millionen-Klau wurde die Sicherheitstechnik erneuert und verbessert (l.).
Die Gitter vor dem Einbruchs-Fenster (r.) wurden nur zu einem kleinen Teil abgeschnitten. Passte der jüngste Remmo-Bruder da durch? Nach dem Millionen-Klau wurde die Sicherheitstechnik erneuert und verbessert (l.).  © Montage: Holm Helis (2)

Für den Prozess haben die Richter bisher 50 Prozesstage geplant, wollen 30 Zeugen hören. Natürlich auch die Beamten, die das "Loch" im Fenstergitter vermessen haben...

Titelfoto: Jens Schlueter/AFP Pool/dpa

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