Rathaus beim Straßenbau abgezockt? Firmenchefs vor Gericht
Dresden - Mehr als neun Jahre alte Bauarbeiten waren bis zum gestrigen Donnerstag noch ein Fall für die Justiz: Zwei Baufirmen sollen zwischen den Jahren 2013 und 2014 ihre Preise verbotenerweise abgesprochen und außerdem nicht erbrachte Leistungen abgerechnet haben. Doch die lange Zeit bis zur Verhandlung kam den Angeklagten zugute.

Mathias T. (68) und Andreas A. (62) waren beide Geschäftsführer von Baufirmen, die Straßenarbeiten für die Landeshauptstadt Dresden übernahmen.
Die Staatsanwaltschaft ist sich dabei sicher, dass beide Männer sich abgesprochen hatten, Angebote jeweils mit einem Preisunterschied von fünf Prozent abzugeben.
Sollte dann der Billigere den Auftrag kriegen, würde dieser den anderen die Arbeiten ausführen lassen und die Einnahmen untereinander aufteilen.
Dreimal sollen so Aufträge zustande gekommen sein.
Schwerwiegender sind aber noch weitere Vorwürfe: So soll Andreas A. dreimal gegenüber Mathias T. Leistungen abgerechnet haben, die er gar nicht erbracht hat.
Knapp 30.000 Euro Schaden - die beschuldigten Bauunternehmer wollen nichts falsch gemacht haben

Dieser wiederum soll sie trotzdem der Stadt in Rechnung gestellt haben: Dabei geht es beispielsweise um eine beauftragte 40-Zentimeter-Frostschutzschicht, die bei Messungen dann nur 20 Zentimeter dick war.
Insgesamt sollen der Stadt so 34.274,52 Euro abgezwackt worden sein.
Beide Unternehmer bestreiten, etwas Unrechtes getan zu haben, auch sind einige der Vorwürfe mittlerweile verjährt. Zuletzt war auch nicht ganz klar, ob Probebohrungen auch an den richtigen Stellen gesetzt wurden.
So akzeptierten die Angeklagten die Einstellung des Prozesses gegen Zahlung von jeweils 5000 Euro, bleiben aber dabei, nichts falsch gemacht zu haben.
Titelfoto: Montage: Peter Schulze