Dresden - Für eine Standpauke ist niemand zu alt. So musste sich Wolfgang B. (72) jetzt harte Worte des Amtsrichters in Dresden anhören. Der bislang unbescholtene Rentner hatte mit einem Krückstock auf einen Mann eingeprügelt.
Der Vorfall geschah auf einem Parkplatz vor Geschäften in der Johannstadt. Da war Wolfgang mit seinem angeleinten Terrier (13) unterwegs, traf auf einen anderen Hundebesitzer mit einem unangeleinten Bello (Rasse unbekannt).
"Dort ist Leinenpflicht", so der Witwer. "Ich rief, er soll seinen Hund anleinen. Da waren die Hunde schon ein Knäuel. Ich hatte Angst, schlug zu. Ich wollte die Hunde trennen."
Zeugen berichteten, der "schwarze Hund" sei "freundlich schwanzwedelnd" auf den Terrier zugelaufen. Dagegen hätte Wolfgang "die ganze Zeit geschrien". Nämlich: "Halte Deinen Hund zurück! Meiner beißt!"
Der andere Hundebesitzer sei sofort auf den Boden und zwischen die Hunde gegangen. Dagegen habe der Rentner mit dem Gehstock auf dessen Rücken geprügelt und gerufen: "Ich habe es doch gesagt!"
Richter tadelt gewalttätigen Rentner
Der Stock zerbrach. Der Rettungswagen kam, weil Wolfgang eine Panikattacke erlitt. Die Polizei fotografierte die mächtigen Striemen auf dem Rücken des Opfers, das allerdings keine Anzeige erstattete. Der Richter beließ es trotz Schuldspruch bei einer Verwarnung für den Rentner, drohte aber: "Noch ein Vorfall und der Hund ist weg!"
Der Jurist tadelte: "Wenn Sie schon wissen, dass er beißt, reicht eine Leine ja wohl nicht aus. Und Sie haben herumgebrüllt. So was macht einen Hund doch erst recht aggressiv. Sie hätten dem Mann das Genick brechen können ..."