Täter hatte US-Bürger Rudat die Nase aufgeschlitzt: Drei Jahre Haft für Angreifer in Linie 7

Dresden - Der Fall machte weltweit Schlagzeilen: Im August 2025 griff John Rudat (21) in der Straßenbahn ein, als eine Dresdnerin (21) in Gefahr geriet. Daraufhin wurde der US-Amerikaner angegriffen und mit einem Cuttermesser an der Nase schwer verletzt. Am Dienstag urteilte das Landgericht Dresden über den Fall. Syrer Majd A. (22), der den Streit anzettelte, erhielt Bewährung. Sein Landsmann Ismail H. (21), welcher die gefährliche Körperverletzung beging, muss für drei Jahre hinter Gitter.

John Rudat (21) kam extra aus Amerika zur Zeugenaussage im Prozess am Landgericht Dresden.  © Ove Landgraf

In jener Nacht war Lisa K. (Name geändert) mit ihrem damaligen Freund Majd A. (22) und weiteren Kumpels, darunter Ismail A. (21), am Albertplatz in die Linie 7 eingestiegen. Das Paar hatte Streit. Lisa setzte sich extra weg von der Gruppe, aber Majd kam ihr hinterher. Es wurde laut und Majd handgreiflich.

"Wir sind überzeugt, dass Sie Ihre Freundin schlugen", so der Richter zu Majd. John Rudat, der seinerseits mit Freunden in der Bahn saß, griff ein, um Lisa zu beschützen. Daraufhin folgte die Schlägerei. 

Plötzlich kam Ismail dazu. Mit einem Cuttermesser in der Hand schlug er John unvermittelt ins Gesicht. Dies geschah laut Richter "ohne Tötungsabsicht", stellte jedoch eine "lebensgefährliche Behandlung" dar. Denn laut einer Gutachterin sei so ein "Schnitt ins Gesicht unkontrollierbar". Die Klinge traf die Nase des Amerikaners aus Albany (Bundesstaat New York), die dabei beinahe abgetrennt wurde.

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Nach der Attacke flohen die Angreifer aus der Bahn. Während Ismail untertauchte, wurde Majd sofort von der alarmierten Polizei geschnappt. Sein Kumpel stellte sich wenig später freiwillig, nachdem die zuständigen Behörden öffentlich nach ihm gefahndet hatten.

John musste nach dem tragischen Vorfall operiert werden, war drei Tage in der Klinik und trägt nun lebenslang Narben im Gesicht. Er kam eigens für seine Zeugenaussage im Prozess wieder nach Deutschland.

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Majd A. (22) war der Auslöser für die blutigen Handgreiflichkeiten in der Bahn.  © Peter Schulze
Stundenlang sicherte die Polizei damals Spuren in der Straßenbahn.  © xcitepress/florian varga
John Rudat musste im Krankenhaus operiert werden. Die Narben im Gesicht werden bleiben.  © Steffen Füssel

Majd A.s Haftstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt

Ismail A. (21) entschuldigte sich im Prozess bei John Rudat.  © Peter Schulze

Die beiden Syrer entschuldigten sich bei dem 21-Jährigen, betonten jedoch, infolge ihres damaligen Alkohol- und Drogenkonsums kaum noch Erinnerungen an den Abend zu haben. Die Kammer war überzeugt, dass Majd "wie im Tunnel war", als er "respektlos" auf Lisa losging. 

Dennoch merkte der Richter an, dass dieser Fall "politisch missbraucht" wurde. "Wir sind hier eine Jugendkammer", so der Jurist. "Es geht um die erzieherischen Maßnahmen. Und hier besteht vor allem für Ismail H. erheblicher Erziehungsbedarf."

Denn klar ist: "Herr Rudat hat völlig zu Recht eingegriffen und Zivilcourage gezeigt." Es sei schwer nachvollziehbar, dass Ismail sich "auf diese Weise einmischte".

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Neben dem Vorfall in der Straßenbahn sah die Kammer weitere Taten der beiden Beschuldigten als erwiesen an. Während Majd auch gegenüber anderen Personen rabiat wurde, handelte Ismail zusätzlich mit verschreibungspflichtigen Medikamenten.

Ismail muss nun für drei Jahre hinter Gitter. Majd bekam 20 Monate Haft. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Allerdings muss der 22-Jährige dafür 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten sowie an einer Suchtberatung und einem Anti-Aggressionstraining teilnehmen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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