Todesdroge an Teenager (†16) verkauft: Dealer erzählt vor Gericht von Mobbing

Dresden - Laut Anklage verkaufte Anton B. (22) einem 16-Jährigen Isotonitazepyn, ein künstliches Opioid. Der Junge starb an dem Rauschgift. Im Prozess am Landgericht Dresden schweigt der Mann dazu, versuchte sich aber ins richtige Licht zu rücken.

Anton B. (22) gab im Landgericht den umsichtigen Dealer.  © Thomas Türpe

Demnach konsumiert Anton seit Jahren Drogen aller Art: Medikamente, Cannabis bis hin zu Speed und Heroin wechselten sich ab. Angefangen habe das im Gymnasium. "Ich wurde gemobbt", so der Angeklagte, der Pharmakologie studieren wollte, aber mit dem Realschulabschluss nur ein paar Wochen jobbte.

Dann stieß er auf Isotonitazepyn (stärker als Heroin und Fentanyl) und ab da "drehte sich mein Alltag nur noch um Beschaffung und Konsum". Aber: "Ich bin großer Fan von Safe Use [Verhaltensregeln zum Umgang mit Drogen, d. Red.]", betonte der Angeklagte.

"Ich war immer bemüht, keine Langzeitschäden zu haben und hörte auf meinen eigenen Körper." Außerdem sei er in Awareness Teams (Aufmerksamkeits-Trupps) in Clubs aktiv gewesen. "Da schauen wir, dass es niemand mit den Drogen übertreibt", so der Dealer.

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Wissen über Isotonitazepyn, was er dem Teenager für 20 Euro verkauft haben soll, will er aber nicht gehabt haben. "Da finden sich so wenig Infos", bedauerte er. Der Richter kontert: "Wenn Sie im Internet schauen, kommen Sie sofort darauf, dass der Stoff tödliche Atemlähmung auslösen kann!"

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An einem künstlichen Opiat starb im Herbst 2025 ein Teenager (16) in Dresden. (Symbolfoto)  © 123RF

Anton gestand zumindest einige andere Deals und Drogenbesitz. Merkte aber an: "Das war zum Eigenkonsum. Wenn mich aber jemand gefragt hätte, hätte ich ihm unentgeltlich was gegeben." Der Prozess wird fortgesetzt.

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