Für 20 Euro! Teenager bekam den Tod zum Probierpreis: Dealer vor Gericht
Dresden - Seit Mittwoch muss sich Anton B. (22) vor dem Dresdner Landgericht verantworten: Unter anderem soll er dem Teenager Falk T. (†16; Name geändert) Isotonitazepyn, ein künstliches Opioid, verkauft und ihn regelrecht zum Kauf gedrängt haben. Der Konsum kostete den Jungen das Leben.
Offenbar hatte sich Anton B. auf das digitale Geschäft spezialisiert, soll über Telegram und Snapchat unter anderem Bestellungen für Ketamin, Speed, Kokain, Crystal und LSD angenommen haben. Sechsmal soll er in Dresden verkauft haben.
Verhängnisvoll wurde laut Anklage jedoch das Geschäft vom 18. Oktober 2025: Der Teenager Falk T. soll sich bei ihm nach Isotonitazepyn erkundigt haben.
Ein Betäubungsmittel, das stärker als Heroin und Fentanyl ist. Anton B. soll ihm einen Probierpreis von 20 Euro angeboten haben.
Als Falk T. zögerte, soll er ihm eine Nachricht geschrieben haben, dass er den Stoff jetzt schon bestellt habe.
Am Hauptbahnhof-Nord soll der Drogen-Deal über die Bühne gegangen sein
So soll der Jugendliche schließlich die Droge gekauft haben. Anton B. soll ihm zuvor versprochen haben, ihm zu erklären, wie man die Droge streckt, ohne daran zu sterben.
An der Haltestelle Hauptbahnhof-Nord soll der Deal über die Bühne gegangen sein. Beide sollen noch etwas Crystal konsumiert haben. Allein soll Falk T. dann noch am selben Tag das Isotonitazepyn genommen haben.
Nur einen Tag später kam er mit Herz-Kreislauf-Stillstand ins Krankenhaus. Am 24. Oktober des vergangenen Jahres, um 11.10 Uhr, verstarb er schließlich an Multiorganversagen.
Anton B. will sich im Laufe der Verhandlung zu den Vorwürfen äußern, der Prozess wird fortgesetzt.
Titelfoto: Montage: Thomas Türpe, Steffen Füssel

