Weil er umziehen soll: Bewohner (19) attackiert Heimleiter in Dresden

Dresden - Kaffeetasse, Flammenwerfer, Schere: Mit derlei Waffen versuchte Sanna F. (19), seinen Auszug aus dem betreuten Wohnen für Jugendliche zu verhindern. Nun wird gegen den Gambier am Landgericht Dresden wegen versuchten Totschlags verhandelt. Sanna schweigt. Sein Opfer sagte aus.

Sanna F. (19) auf dem Weg in den Gerichtssaal. Dort verfolgte er den Prozess gegen sich eher gelangweilt. Entschuldigt hat er sich bei seinem Opfer nicht.
Sanna F. (19) auf dem Weg in den Gerichtssaal. Dort verfolgte er den Prozess gegen sich eher gelangweilt. Entschuldigt hat er sich bei seinem Opfer nicht.  © Peter Schulze

Seit zwanzig Jahren kümmert sich Andreas S. (46) um Jugendliche, die einen schweren Start ins Leben hatten. Mit Wutausbrüchen, Verbalattacken oder anderweitigen Ausbrüche kann der Sozialpädagoge professionell umgehen.

"Denn nie werden wir Mitarbeiter persönlich angegriffen. Das ist für die Jugendlichen eine Grenze", so Andreas S. "Aber Sanna F. überschritt diese Grenze mit unglaublicher Vehemenz. Er wollte mir wehtun."

Der Gambier sollte in eine Einrichtung für erwachsene Flüchtlinge umziehen. Das war abgesprochen, Sanna hatte die Taschen gepackt.

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Doch plötzlich wurde er ausfallend.

Erst schleuderte Sanna eine Kaffeetasse, die neben Andreas zerschellte. Per Feuerzeug zündete er Spray aus einem Deo an, richtete den Flammenwerfer auf sein Opfer. Andreas konnte gerade noch ausweichen.

Danach griff der Täter zur Schere, versuchte, auf den Pädagogen einzustechen. "Dabei rief er ständig, 'Du wirst bluten', 'Ich kille dich'."

Das Urteil gegen den Gambier steht noch aus

Mit offener Flamme ging der Gambier auf den Heimleiter los. (Symbolbild)
Mit offener Flamme ging der Gambier auf den Heimleiter los. (Symbolbild)  © 123rf/emarandjelovic

Letztlich stürzten beide im Bad, wobei der Heimleiter gegen eine Klo-Schüssel prallte. "Ich hatte wochenlang Schmerzen. Zum Glück schlug ich nicht mit dem Kopf auf."

Die Polizei nahm Sanna mit. Noch auf dem Revier stieß er Drohungen gegen den Betreuer und das Heim aus.

"Das ging an keinem von uns spurlos vorüber", so Andreas S. "Ich hatte neulich in dem Zimmer wieder zu tun. Das war bedrückend."

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Urteil folgt.

Titelfoto: Peter Schulze

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