Ziehsohn packte vor Gericht aus: Nachschlag für den dealenden Kampfsportler

Dresden - Seit über drei Jahren sitzt Michael R. hinter Gittern, trotzdem muss er immer wieder vor Gericht. Nachdem ein 30-jähriger Zeuge, eine Art Ziehsohn des Riesaers, auspackte, kam heraus, dass Michael noch mehr Drogen vertickt hatte. Dafür gab es Montag Nachschlag.
Michael R. (47) hatte den Crystalhandel rund um Riesa unter Kontrolle, muss nun noch länger hinter Gitter. 
Michael R. (47) hatte den Crystalhandel rund um Riesa unter Kontrolle, muss nun noch länger hinter Gitter.  © Steffen Füssel

Seit seinem fünften Lebensjahr kennt er den gelernten Automechaniker Michael. Bei ihm trainierte er Kampfsport. 

Doch bei Michael gab es nicht nur Training, sondern auch Crystal. Nach Aussage des damals Minderjährigen zögerte der Trainer zwar erst, ihn mit der Droge zu versorgen, tat es dann aber trotzdem unter der Maßgabe, dass er es nicht selbst nimmt.

Wenig später gehörte er dann selbst mit zu Michaels Truppe, die den Crystal-Handel rund um Riesa weitgehend unter Kontrolle hatte. 

Süchtigen, die ihren Stoff selbst in Tschechien kauften, sollen sie schon mal mit Treibstoff übergossen und gedroht haben, sie anzuzünden. 

Doch am Ende wollte der Zeuge ein legales Leben, packte umfassend aus, auch über gemeinsame Fahrten mit Michael nach Moritzburg.

Frank S. (65) belieferte mehrere Großdealer mit Crystal.
Frank S. (65) belieferte mehrere Großdealer mit Crystal.  © Marko Förster
Auf diesem Grundstück vertickte Frank S. kiloweise Crytal, auch an Michael S.
Auf diesem Grundstück vertickte Frank S. kiloweise Crytal, auch an Michael S.  © Steffen Füssel

Demnach kaufte Michael einmal bei Imbissbetreiber Frank S. (65) 200 Gramm Crystal für 7 000 Euro, drei weitere Male jeweils 20 Gramm. Frank S., in Dealerkreisen "Bauer" genannt, fuhr einmal im Monat nach Tschechien, kaufte dort drei Kilo Crystal, die er dann an Großdealer der Region vertrieb.

Michael räumte die Käufe kurz und knapp ein, kassierte dafür am Montag vier Jahre und elf Monate Haft.

Dort sind allerdings bereits die vier Jahre und vier Monate aus dem November einbezogen: Da hatte das Landgericht ihn wegen seiner scharfen Pistolen und Drogenhandels verurteilt. "Ich hoffe, ich sitze das letzte Mal vor Gericht", so der Riesaer Dealer-Chef. Richter Joachim Kubista (55) hegte da Zweifel, drohte mit Sicherungsverwahrung bei weiteren Straftaten.

Titelfoto: Steffen Füssel

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