Dresden - Er weckte Hoffnung bei seinen Landsleuten, zockte sie aber laut Anklage nur ab. Ghandi H. (39) gab sich demnach als UN-Mitarbeiter aus, der angeblich Familienzusammenführungen organisieren könnte. Nun sitzt der Syrer zum wiederholten Mal im Amtsgericht Dresden auf der Anklagebank.
Schon 2025 kassierte der Kraftfahrer eine Bewährungsstrafe wegen derlei Betrügereien. Doch die Justiz fand weitere Opfer. Drei kurdische Landsleute soll Ghandi zusätzlich abgezockt haben.
So erklärte er laut Anklage einer Mutter, er könne als UN-Mitarbeiter deren Tochter aus Jordanien holen. Mal versprach er, mit Kontakten im Konsulat oder Gesprächen in Botschaften Familienangehörige nach Deutschland zu bringen. Für seine Dienste verlangte Ghandi laut Anklage je 960 Euro. Doch er half nie, sackte die Kohle selbst ein.
"Bei uns klären die UN alle Papiere vor der Ausreise", so eines seiner Opfer. "Wir hatten gar keinen Grund, an ihm zu zweifeln. Vor allem sollte ja alles legal laufen."
Doch nachdem das Geld überwiesen war, brach der Kontakt ab, Chat-Kanäle wurden blockiert. Das Prozedere schilderte auch ein weiteres Opfer. Beide Männer sind inzwischen übrigens legal mit ihren Familien vereint, hier integriert.
Angeklagter Syrer Ghandi H. bestreitet Vorwürfe
Ghandi bestreitet die Vorwürfe vehement: Er sei Analphabet, hätte nie mit den Leuten im Internet kommunizieren können.
Die Kohle ging jeweils auf ein Konto eines syrischen Sportlehrers, der seinerseits Ghandi schwer belastete: "Er sagte, er bekommt Geld von der Familie, und rief immer an, wenn Geld kam. Ich hob es dann ab und gab es ihm." Urteil folgt.