Ein Jahr nach Schiffsunfall an Elbbrücke: Suff-Kapitän zu Geldstrafe verurteilt

Hamburg - Gut ein Jahr nach einem Schiffsunfall an der Hamburger Freihafenelbbrücke hat das Amtsgericht den Kapitän des Baggerschiffs zu einer Geldstrafe verurteilt.

Während einer Sturmflut hatte sich das Schiff unter der Brücke verklemmt.
Während einer Sturmflut hatte sich das Schiff unter der Brücke verklemmt.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Der Richter sprach den 45-Jährigen am Montag der vorsätzlichen Gefährdung des Schiffsverkehrs schuldig. Der Angeklagte muss 60 Tagessätze zu je 45 Euro zahlen, insgesamt also 2700 Euro. Der Mann nahm das Urteil an.

Zuvor hatte er einen Strafbefehl über 60 Tagessätze zu je 100 Euro bekommen. Gegen die Höhe des Tagessatzes hatte er Einspruch eingelegt.

Der Kapitän aus den Niederlanden hatte trotz einer erheblichen Alkoholisierung am 29. Januar 2022 bei schwierigen Wetterbedingungen mit seiner Baggerschute in Hamburg abgelegt. An jenem Abend hatte es eine schwere Sturmflut gegeben.

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Nach kurzer Fahrtstrecke über die Norderelbe stieß die Schute gegen die Brücke und verhakte sich. Der Kapitän und sein ebenfalls betrunkener Decksmann mussten von dem Schiff gerettet werden.

An der Brücke entstand nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Schaden von 460 000 Euro. Das Bauwerk mit den prägnanten stählernen Fachwerkbögen von 1926 musste für die Reparatur vier Monate lang für den Autoverkehr gesperrt werden.

Der Schaden an dem Schiff betrug 297.000 Euro. Die Bergungskosten beliefen sich auf fast 22.000 Euro.

Erstmeldung, 8. Mai, 7.18 Uhr; Update, 8. Mai, 16.28 Uhr

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

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