Nord-Stream-Prozess: Hatten Explosionen Folgen für die Gasversorgung?

❤️️
😂️
😱️
🔥️
😥️
👏️

Von Markus Klemm

Hamburg - Im Verfahren um den Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines stehen am vierten Prozesstag die Folgen der Explosion für die Gasversorgung in Deutschland im Zentrum.

Der Angeklagte (r.) steht neben seinem Anwalt Jes Meyer-Lohkamp im Gerichtssaal während der Verhandlung. (Archivbild)
Der Angeklagte (r.) steht neben seinem Anwalt Jes Meyer-Lohkamp im Gerichtssaal während der Verhandlung. (Archivbild)  © Marcus Brandt/dpa Pool/dpa

Dazu soll am Donnerstag um 9.30 Uhr ein Vertreter der Bundesnetzagentur als Zeuge aussagen. Konkret gehe es um die Gasversorgungssituation im Land vor und nach dem Anschlag, wie das Gericht mitteilte.

Für den Nachmittag sei dann ein weiterer Beamter des Bundeskriminalamts (BKA) als Zeuge geladen. Er soll sich zur Durchsuchung der Segeljacht "Andromeda" äußern, mit der die Saboteure zum Anschlagsort südlich der dänischen Insel Bornholm gefahren sein sollen.

Am 26. September 2022 waren am Grund der Ostsee in etwa 80 Metern Tiefe mehrere Sprengsätze detoniert.

Wird der Prozess um Nord-Stream-Anschlag eingestellt? Entscheidung steht fest
Gerichtsprozesse Hamburg Wird der Prozess um Nord-Stream-Anschlag eingestellt? Entscheidung steht fest

Die beiden Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 wurden massiv beschädigt. Insgesamt gab es vier Lecks an drei der insgesamt vier Leitungen.

Nord-Stream-Prozess: Verhandlungstermine sollen bis Juni 2027 gehen

Im September soll der Angeklagte mehrere Explosionen an der Gasleitung verursacht haben. (Archivbild)
Im September soll der Angeklagte mehrere Explosionen an der Gasleitung verursacht haben. (Archivbild)  © -/Danish Defence Command/dpa

Der Vertreter des Generalbundesanwalts wirft dem Angeklagten Serhij Kusnjezow – einem früheren Offizier einer Spezialeinheit des ukrainischen Militärs – vor, der Drahtzieher hinter der Sprengung der Ostsee-Gaspipelines gewesen zu sein. Der 50-Jährige soll die Explosionen gemeinsam mit sechs weiteren Tätern verursacht haben.

Wegen des Einsatzes verbotener Methoden der Kriegsführung durch einen Angriff gegen zivile Objekte lautet die Anklage auf Kriegsverbrechen.

Außerdem wird der 50-Jährige beschuldigt, eine Sprengstoffexplosion herbeigeführt, Bauwerke zerstört und öffentliche Betriebe gestört zu haben.

Prozess zum Anschlag auf Nord-Stream-Pipelines: Bundesanwaltschaft wirft Angeklagtem Kriegsverbrechen vor
Gerichtsprozesse Hamburg Prozess zum Anschlag auf Nord-Stream-Pipelines: Bundesanwaltschaft wirft Angeklagtem Kriegsverbrechen vor

Ursprünglich hatte der Staatsschutzsenat in Hamburg - er ist auch für Mecklenburg-Vorpommern zuständig - im Nord-Stream-Prozess bis Ende Januar 24 Verhandlungstermine anberaumt.

Am Mittwoch fügte er bis Juni 2027 weitere 19 Hauptverhandlungstermine hinzu.

Titelfoto: Bildmontage: Marcus Brandt/dpa Pool/dpa, -/Danish Defence Command/dpa

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Hamburg: