Von Markus Klemm
Hamburg - Die Anschläge auf die Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee haben nach Einschätzung der Bundesnetzagentur kaum einen Einfluss auf die Gasversorgung in Deutschland gehabt.
"Zum Zeitpunkt der Sprengung haben wir keine Mengen mehr über Nord Stream 1 bekommen", sagte ein als Zeuge geladener Vertreter der Behörde am vierten Prozesstag gegen den früheren Offizier einer Spezialeinheit des ukrainischen Militärs, Serhij K. (50).
Bereits seit dem Frühjahr 2022 habe Russland die Liefermengen eingeschränkt und Anfang September ganz eingestellt.
Am 26. September 2022 waren am Grund der Ostsee in etwa 80 Metern Tiefe mehrere Sprengsätze detoniert.
Die beiden Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 wurden massiv beschädigt. Insgesamt gab es vier Lecks an drei der insgesamt vier Leitungen.
Nord-Stream-Prozess: Verhandlungstermine sollen bis Juni 2027 gehen
Der Vertreter des Generalbundesanwalts wirft dem Angeklagten vor, der Drahtzieher hinter der Sprengung der Ostsee-Gaspipelines gewesen zu sein. Der 50-Jährige soll die Explosionen gemeinsam mit sechs weiteren Tätern verursacht haben.
Wegen des Einsatzes verbotener Methoden der Kriegsführung durch einen Angriff gegen zivile Objekte lautet die Anklage auf Kriegsverbrechen.
Außerdem wird der 50-Jährige beschuldigt, eine Sprengstoffexplosion herbeigeführt, Bauwerke zerstört und öffentliche Betriebe gestört zu haben.
Ursprünglich hatte der Staatsschutzsenat in Hamburg - er ist auch für Mecklenburg-Vorpommern zuständig - im Nord-Stream-Prozess bis Ende Januar 24 Verhandlungstermine anberaumt.
Am Mittwoch fügte er bis Juni 2027 weitere 19 Hauptverhandlungstermine hinzu.
Erstmeldung um 5.53 Uhr, aktualisiert um 15.46 Uhr.