Prozess gegen mutmaßlichen Anführer von syrischer Regierungsmiliz

Hamburg - In einem Prozess vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg geht es von Freitag (9 Uhr) an um Kriegsverbrechen einer syrischen Regierungsmiliz in den Jahren 2012 bis 2015.

Im Hamburger Strafjustizgebäude beginnt am Freitag ein Prozess, bei dem es um Kriegsverbrechen in Syrien geht.
Im Hamburger Strafjustizgebäude beginnt am Freitag ein Prozess, bei dem es um Kriegsverbrechen in Syrien geht.  © Markus Scholz/dpa

Angeklagt ist ein 47 Jahre alter Syrer, der im Februar 2016 nach Deutschland eingereist war und am 2. August vergangenen Jahres in Bremen festgenommen wurde, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Als einer der Anführer der Shabiha-Miliz soll der Angeklagte sich an der Misshandlung und Versklavung von Zivilisten sowie an Plünderungen beteiligt haben. Die Miliz habe an Checkpoints in Damaskus willkürlich Menschen festgenommen, um Lösegelder zu erpressen, sie zur Zwangsarbeit zu verpflichten oder zu foltern.

Die Miliz sollte in Zusammenarbeit mit einer Abteilung des militärischen Geheimdienstes oppositionelle Bestrebungen mit Gewalt unterdrücken.

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Dem Angeklagten werden in 21 Fällen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen vorgeworfen.

Das Gericht hat 20 Verhandlungstermine bis zum 11. September angesetzt.

Titelfoto: Markus Scholz/dpa

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