Millionenerbe von Seniorin (88) erschlichen: Ex-Notar verurteilt

Von Christine Schultze

Limburg/Horbach - Ein Notar, der das Millionenerbe einer 88 Jahre alten Frau erschlichen hat, ist vom Landgericht Limburg zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Das Landgericht Limburg hat am Mittwoch einen ehemaligen Notar schuldig gesprochen.  © Jörg Halisch/dpa

Außerdem muss er insgesamt 60.000 Euro an zwei gemeinnützige Einrichtungen zahlen, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Nach Überzeugung des Gerichts machte sich der Mann in zwei Fällen der Urkundenfälschung und in einem weiteren Fall des Betrugs schuldig.

Dabei habe der Angeklagte nicht aus finanzieller Not, sondern aus Gier gehandelt. Auch eine erhebliche kriminelle Energie sah das Gericht bei dem Angeklagten.

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Die Seniorin hatte ihr Erbe eigentlich einem Kloster in Eibingen im Rheingau, einer Kirchengemeinde an ihrem Wohnort Braunfels in Mittelhessen sowie ihren Nachbarn zugutekommen lassen wollen.

Im Jahr 2023 soll der damalige Notar laut Staatsanwaltschaft statt eines Testaments einen unanfechtbaren Erbvertrag mit seiner hochbetagten Mandantin aufgesetzt haben. Das Dokument soll er so manipuliert haben, dass er Alleinerbe wurde - und die Seniorin dies unterschreiben lassen. Die Frau starb später in einem Pflegeheim in Horbach im nördlichen Rheinland-Pfalz. Das Vermögen der 88-Jährigen soll sich auf mehr als 975.000 Euro sowie ein Grundstück im Wert von 250.000 Euro belaufen haben.

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Urteil ist bereits rechtskräftig

Die Staatsanwaltschaft hatte die Verurteilung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und deren Aussetzung zur Bewährung beantragt.

Die Verteidigung hatte eine Bewährungsstrafe beantragt, ohne diese konkret zu beziffern. Da Staatsanwaltschaft und Verteidigung auf Rechtsmittel verzichteten, ist das Urteil rechtskräftig.

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