Weil ihn sein Husten störte! Mann (28) will in Leipzig Passanten (42) erstechen

Leipzig - Die Messergewalt auf unseren Straßen nimmt immer absurdere Ausmaße an. In Leipzig wurde ein Fußgänger attackiert, weil er zu laut hustete. Der Mann überlebte den Stich in die Lunge nur durch eine Not-OP. Seit Montag steht ein 28-Jähriger als Messerstecher vor Gericht.

Er soll zugestochen haben: Martin F. (28) ist wegen versuchten Totschlags angeklagt.  © Ralf Seegers

Der 4. Mai 2026 wird als einer der gewalttätigsten Tage in die Geschichte Leipzigs eingehen. In der Innenstadt hatte am Nachmittag ein Amokfahrer zwei Menschen getötet und etliche schwer verletzt. Nur viereinhalb Stunden später kam es im Stadtteil Grünau zu einem versuchten Tötungsverbrechen.

"Ich war mit dem Hund unterwegs und wollte noch schnell einkaufen gehen, als mich ein mir unbekannter Mann fragte, ob ich gehustet hätte", erinnert sich David K. (42). Der Autolackierer, der tatsächlich hustete, bat den Fremden, in Ruhe gelassen zu werden, und ging weiter.

Plötzlich wurde er von einem Tritt in den Rücken von den Beinen geholt. Der Mann, der laut Anklage zutrat, sitzt nun auf der Anklagebank - Martin F. (28), gebürtiger Leipziger, der nach der 7. Klasse die Schule verließ, nie einen Beruf erlernte und von Stütze lebt.

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Als sich David K. wieder aufgerappelt hatte, zog der Angreifer plötzlich ein Küchenmesser und ging damit als Erstes auf den Hals des Mannes los. "Der wollte mir die Kehle aufschlitzen", berichtete er vor Gericht. Als das nicht gelang, stach Martin F. laut Anklage immer wieder auf den Oberkörper des Opfers ein.

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Mutige Passantin rettete Opfer das Leben

Wurde wegen seines Hustens attackiert: David K. (42) - die Einstiche in seinen Oberkörper sind auch fünf Monate später noch zu sehen.  © Ralf Seegers

Ein Stich traf die Lunge. "Ich hörte plötzlich, wie aus meinem Körper Luft blubberte", beschrieb David K. die lebensbedrohliche Situation. Dass er am Leben blieb, verdankt er einer mutigen Passantin (22), die eingriff und den Täter mit Pfefferspray neutralisierte. Und der Not-OP im Krankenhaus.

Weil Martin F. mehrfach rief, dass er sein Opfer abstechen wolle, hat ihn die Staatsanwaltschaft wegen versuchten Totschlags angeklagt.

Vor Gericht ließ er seinen Verteidiger eine Erklärung verlesen, wonach er vor der Tat viel Bier getrunken habe und sich an die Auseinandersetzung nicht mehr erinnern könne.

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Eine Blutprobe nach seiner Festnahme ergab allerdings einen Alkoholwert von gerade mal 0,9 Promille. Der Prozess wird fortgesetzt.

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