Siebenfacher Mordversuch! Er soll Leipziger Hotel angezündet haben
Leipzig - Bei dem perfiden Brandanschlag auf ein Leipziger Innenstadthotel in der Silvesternacht hatte der im Februar wegen siebenfachen Mordversuchs inhaftierte mutmaßliche Feuerteufel Thomas B. (42) offenbar einen Helfer. Gegen beide sollte am Mittwoch der Prozess beginnen. Doch der Obdachlose ist spurlos verschwunden.
Es war eine Wahnsinnstat, die viele Menschenleben hätte kosten können. Nur eine Stunde nach dem Jahreswechsel schlich sich ein damals Unbekannter durch einen Hintereingang in das B&B-Hotel an der Leipziger Nikolaistraße.
In der vierten und fünften Etage begann er, die Feuerlöscher zu beseitigen und mit Wäschewagen des Hotels auf den Fluren Barrikaden zu errichten, um den Menschen in den Zimmern den Fluchtweg zu blockieren. Anschließend zündete der Brandstifter Handtücher und weitere Utensilien an.
Die sofort anspringende Rauchmeldeanlage und der schnelle Einsatz der Feuerwehr verhinderten, dass es zu einem Großbrand mit Toten und Verletzten kam. Die sieben Gäste, die zu diesem Zeitpunkt im Hotel waren, blieben unverletzt.
Dennoch geht die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage davon aus, dass der Brandstifter diese Menschen töten wollte. Nach Auswertung von Überwachungsvideos wurde der Kleinkriminelle Thomas B. (42) im Februar wegen des dringenden Verdachts des versuchten Mordes in sieben Fällen verhaftet.
Später förderten die Ermittlungen auch einen zweiten Verdächtigen zutage – Tobias N. (26). Laut Anklage soll er beim Brandanschlag Schmiere gestanden haben.
Mutmaßlicher Komplize wird von der Polizei gesucht
Beide Männer kennen sich aus dem Drogenmilieu rund um den Hauptbahnhof und sollen Tage später noch in Borsdorf bei Leipzig gezündelt haben.
Dem mutmaßlichen Haupttäter Thomas B. wirft die Anklage zudem weitere drei Brandstiftungen im City-Tunnel und im Hauptbahnhof vor.
Am Mittwoch sollte dem Feuer-Duo der Prozess gemacht werden. Doch Tobias N. erschien nicht am Landgericht. Auch seine Anwältin wusste nicht, wo er sich aktuell aufhält.
Das Schwurgericht lässt den Obdachlosen nun von der Polizei suchen. Seine Verteidigerin beantragte indes die Aussetzung des Verfahrens. Am 14. September will das Gericht verkünden, wie es weitergeht.
Titelfoto: Bildmontage: Ralf Seegers

