Vergewaltigungs-Prozess gegen "Love Island"-Yasin: Gab es "Druck von oben"?

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München - Vor dem Amtsgericht München geht der Prozess gegen Reality-Star Yasin Mohamed (35) weiter. Nach der Anzeige von Sophie Imelmann (30) wirft die Staatsanwaltschaft dem "Love Island V.I.P."- Kandidaten Vergewaltigung vor. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Ein aufgeschnappter Satz und ein heimlich mitgeschnittenes Gespräch rücken den Fall in ein neues Licht.

Yasin (35) äußerte sich bislang selbst nicht vor Gericht, sondern ließ nur seine Anwälte sprechen.
Yasin (35) äußerte sich bislang selbst nicht vor Gericht, sondern ließ nur seine Anwälte sprechen.  © TAG24

Die Zuschauer verfolgten ihre TV-Romanze, im echten Leben stehen sich Yasin und Sophie nun vor Gericht gegenüber: Nach dem Dreh 2024 zur Kuppel-Show "Love Island V.I.P." bei RTLZWEI kam es laut Anklage zum Übergriff in einem Hotel in Griechenland.

Vordergründig geht es vor Gericht darum, ob Sophie deutlich gemacht hat, dass sie keinen Sex mit Yasin wollte, und er sich darüber hinweggesetzt hat.

Für das Strafmaß sei relevant, dass gegen den "erkennbaren Willen" gehandelt wurde.

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Derweil rückte schon am letzten Prozesstag eine weitere Frage in den Raum: Angesichts der Nähe zum Dreh - welche Verantwortung tragen die Produktionsmitarbeiter der Show für die Kandidaten? Immerhin waren die Geschehnisse in Griechenland sowohl der Kandidaten-Betreuerin, als auch dem Show-Psychologen Dr. H. schon Tage nach dem Vorfall bekannt. Das machte ein heimlich mitgeschnittenes Gespräch der beiden mit Sophie und Yasin, welches am Freitag im Prozess abgespielt wurde, nochmal klar.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Aussage einer Zeugin, die nach dem zuvor stattgefundenen Zivilprozess in Köln ein Gespräch der Kandidaten-Betreuerin auf dem Flur überhört haben soll. Diese soll damals sinngemäß gesagt haben: "Natürlich könnte ich sagen, wie es wirklich war, aber dann könnte ich nicht mehr hier arbeiten."

Gab es am Ende also doch "Druck von oben", um den Fall schnell unter den Teppich zu kehren?

Heimlich mitgeschnittenes Gespräch: Sophie konfrontiert Yasin mit den Vorwürfen

Sophie (30) müsste als Nebenklägerin im Prozess nicht persönlich anwesend sein.
Sophie (30) müsste als Nebenklägerin im Prozess nicht persönlich anwesend sein.  © TAG24

Auch im fortgesetzten Verhör des Show-Psychologen verweist dieser mehrfach auf seine vertragliche Bindung an die Produktionsfirma. So plauderte Dr. H. während des Prozesses bereits intime Details aus Sophies Leben aus und musste schließlich ermahnt werden, dass er in dieser Hinsicht nicht von seiner beruflichen Schweigepflicht entbunden wurde.

Im von Sophie heimlich mitgeschnittenen Gespräch wurde deutlich, dass der Psychologe sie dafür verurteilte, dass sie Yasin - allein vom Hörensagen - eine Geschlechtskrankheit andichtete. Sophies Anwälte hatten deshalb das Gefühl, dass sich Dr.H. nicht neutral verhalte.

Derweil wird der von Sophie beschriebene Ablauf des Vorfalls im Hotel von Dr. H. schnell relativiert. Explizit von "Vergewaltigung" würde sie nicht reden: "Das Problem, ist das 'Nein', das einem als Vergewaltigung ausgelegt werden kann. Das sagt Sophie aber hier gerade nicht", so der Psychologe zu Yasin Ende Juli 2024. Sophie stellte ihre Anzeige erst Monate später im Dezember 2024.

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"Letztlich ist am Ende immer die Frau die, die gefi**t ist, und den ganzen Scheiß im Nachhinein machen muss", musste sich Sophie zum Schluss der Aufnahme eingestehen.

Reality-TV lebt von Drama: Sorgen psychologische Tests für extra Sprengstoff?

Sophie (l.) und Yasin lernten sich beim "Love-Island"-Dreh 2024 kennen. (Archivbild)
Sophie (l.) und Yasin lernten sich beim "Love-Island"-Dreh 2024 kennen. (Archivbild)  © RTLZWEI/TV Studios Germany

Reality-Formate wie "Love Island" leben vom Drama vor der Kamera. Immerhin sollen psychologische Tests vor den Dreharbeiten prüfen, ob Kandidaten "emotional stabil" genug für die Show sind.

Yasins Ergebnisse gaben Dr. H. dabei durchaus Anlass zur Sorge: So schätzte er den 35-Jährigen als unbeherrscht und impulsiv ein.

Er habe Probleme, die Grenzen anderer einzuhalten. Im Zusammenhang mit Alkohol und Drogen wurden "missbräuchliche" Tendenzen festgestellt. Eine Teilnahme an "Love Island V.I.P." wurde deshalb von Dr. H. vorab bei der Produktion kritisiert. Trotzdem wurde er am Ende als Teilnehmer zugelassen - ganz bewusst?

So schildert bereits die Betreuerin vor Gericht, dass Teilnehmer, wie Sophie, als "Granaten" bezeichnet werden, die eine gewisse emotionale Sprengkraft in den Drehalltag mitbringen. Hätte man Sophie schon während der Show vor Yasin schützen müssen? Hätte sie gewusst, wie er sich später ihr gegenüber verhält, hätte sie sich in der Show anders verhalten, sagt Sophie in der Aufnahme.

Ob das Gericht den Fall im Zusammenhang mit dieser Sendungs-Bühne bewertet, steht aus. Ein Urteil könnte frühestens Mitte November fallen.

Titelfoto: TAG24 (2)

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