Antidepressiva im Apfelmus? Vater soll sein einjähriges Kind vergiftet haben

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Döbeln - Am Amtsgericht Döbeln (Sachsen) wird derzeit ein Fall verhandelt, den man kaum glauben kann. Ein Vater soll seinem einjährigen Sohn ein Antidepressivum in das Apfelmus gemischt haben. Nun steht der 42-Jährige wegen gefährlicher Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen vor Gericht.

In das Apfelmus für seinen Sohn soll Manuel M. Antidepressiva gemischt haben. (Symbolbild)
In das Apfelmus für seinen Sohn soll Manuel M. Antidepressiva gemischt haben. (Symbolbild)  © 123RF/handmadepictures

Laut Staatsanwaltschaft, so berichtete die Bild, soll Manuel M. (42) seinem Sohn das Medikament (Venlafaxin) in das Essen getan haben, als das Kind mit hohem Fieber im Krankenhaus in Mittweida behandelt wurde.

Seine Absicht besonders perfide: Laut Anklage habe M. den Verdacht auf die Mutter lenken wollen. Diese nehme nämlich aufgrund einer Anpassungs- und Angststörung dieses Medikament.

Der damals Einjährige soll sich umgehend erbrochen haben und kleine weiße Pillen seien zum Vorschein gekommen.

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Am ersten Prozesstag erklärte Rechtsmediziner Prof. Dr. Jan Dreßler (65), dass daraufhin in einer Blutprobe des Kindes das Antidepressivum nachgewiesen wurde. Der Höchstwert: 15,2 Nanogramm je Milliliter.

Der Junge hatte großes Glück. Denn: "Das ist nicht lebensgefährlich bei diesen Kleinstmengen", so Dreßler.

Doch wusste dies auch der mutmaßliche Apfelmus-Mischer?

Die Mutter konnte offenbar als Verdächtige schnell ausgeschlossen werden. Zum Zeitpunkt der Tat soll sie sich nach dem Stand der Ermittlungen gar nicht im Krankenzimmer aufgehalten haben. Das Medikament hingegen befand sich in ihrer Handtasche, die wiederum frei zugänglich auf dem Fensterbrett des Krankenzimmers gestanden haben soll.

Weil die Mutter des gemeinsamen Kindes Antidepressiva nimmt, wollte der Kindsvater laut Anklage ihr unterstellen, das gemeinsame Kind vergiften zu wollen. (Symbolbild)
Weil die Mutter des gemeinsamen Kindes Antidepressiva nimmt, wollte der Kindsvater laut Anklage ihr unterstellen, das gemeinsame Kind vergiften zu wollen. (Symbolbild)  © Monika Skolimowska/dpa

Steckt der Streit ums Sorgerecht dahinter?

Manuel M. (42) muss sich derzeit vor dem Amtsgericht Döbeln verantworten.
Manuel M. (42) muss sich derzeit vor dem Amtsgericht Döbeln verantworten.  © Ralph Kunz

Nun steht der Vater des Jungen vor Gericht und muss sich verantworten. Doch dieser schwieg am ersten Verhandlungstag zu den schweren Vorwürfen.

Als Motiv wird der Streit ums Sorgerecht vermutet. Laut Bild-Informationen waren die Eltern 18 Jahre zusammen. Nur wenige Monate nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes trennte sich die Mutter von dem Kindsvater.

Zurzeit ist das Jugendamt des Landkreises Vormund des Kindes. Es lebt bei seiner Großmutter, der Schwiegermutter des Angeklagten. Die Eltern dürfen den Jungen aber weiterhin sehen. Und parallel tobt der Sorgerechtsstreit - mittlerweile vor dem Oberlandesgericht in Dresden.

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Neben der Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen läuft gegen den 42-Jährigen ein weiteres Verfahren. Er soll das Auto seiner Ex auf der A4 bei Hainichen abgedrängt haben.

Der Prozess wird im September fortgesetzt.

Titelfoto: Bildmontage: 123rf/handmadepictures, Monika Skolimowska/dpa

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