Dieser Prozess ging in Rauch auf: Zigarettenklau wird zum Justizkrimi

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Zwickau - Das Landgericht Zwickau holt alte Akten raus: Mihai L. (59) wollte 2003 eine Schachtel Zigaretten klauen. Bei seiner Flucht habe der Rumäne eine Frau geschubst. 23 Jahre später stand er deshalb vor Gericht.

Mihai L. (59) wollte vor 23 Jahren eine Packung Zigaretten klauen, nun stand er deshalb vor Gericht.
Mihai L. (59) wollte vor 23 Jahren eine Packung Zigaretten klauen, nun stand er deshalb vor Gericht.  © Irving Vacik

L. war im Februar 2003 mit zwei Landsmännern in einem Edeka in Hohenstein-Ernstthal (Landkreis Zwickau). Einer seiner Begleiter soll Kippen eingesteckt haben. L. nahm daraufhin ebenfalls eine Schachtel.

Er habe sie jedoch fallen lassen, als die Kassiererin "Halt! Halt!" rief. Die Männer flüchteten. Dabei wurde eine Frau geschubst.

Die Ermittlungen wurden damals zunächst eingestellt, weil L. unbekannten Aufenthalts war. 2019 geriet er bei der Einreise am Flughafen München wieder ins Visier.

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Ein Jahr später folgte die Anklage wegen gemeinschaftlichen räuberischen Diebstahls. Erst im April 2026 wurde der Fall am Amtsgericht Hohenstein-Ernstthal verhandelt.

Das Ergebnis: Freispruch, weil der Diebstahl seit 2008 verjährt ist. Ob L. oder einer seiner Begleiter die Frau geschubst hat, ist unklar.

Damit konnte ihm das Gericht auch keinen räuberischen Diebstahl nachweisen.

Staatsanwaltschaft ging in Berufung

Der Edeka, in dem sich die Tat abspielte, ist mittlerweile geschlossen.
Der Edeka, in dem sich die Tat abspielte, ist mittlerweile geschlossen.  © Irving Vacik

Doch die Staatsanwaltschaft ging in Berufung, holte den Fall in dieser Woche vor das Landgericht Zwickau.

Das Problem: Inzwischen sind zwei Zeugen tot, L.s Erinnerung ist verblasst. Richter Torsten Sommer (64) beendete nach etwa zwei Stunden die Verhandlung:

"Nach 23 Jahren sehen wir uns nicht in der Lage, den Tathergang zweifelsfrei zu rekonstruieren." Er stellte das Verfahren ein. Die Staatsanwaltschaft kann jedoch in Revision gehen.

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Verteidiger Andreas Kohn kritisierte die Kosten: Mindestens 1500 Euro koste allein die Berufungsverhandlung.

Titelfoto: Irving Vacik

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