Preetz - Im Fall der Anfang August vermissten und tags darauf tot im Pool der Eltern gefundenen Bella (†3) aus Preetz (Schleswig-Holstein) deutet sich eine brisante Wendung an.
Das hör- und seheingeschränkte Mädchen wurde am 5. August gegen 12.45 Uhr vermisst gemeldet, eine groß angelegte Suche eingeleitet.
Gefunden wurde die Dreijährige einen Tag später im Pool der Eltern. Die Polizei geriet in die Kritik, weil das Mädchen nicht früher dort entdeckt wurde.
Mitte August erklärte eine leitende Polizistin im Innen- und Rechtsausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtags, dass ein Feuerwehrmann den Pool gegen 1 Uhr in kleiner werdenden Kreisen bis zur Mitte und anschließend im Zickzack abgegangen sei.
Wie der shz berichtet, würden die Ermittler es für unwahrscheinlich halten, dass Bella zu diesem Zeitpunkt bereits im Pool war.
Die Polizei würde nun zwei Theorien verfolgen. Das Mädchen könnte sich im Haus oder im Garten versteckt haben und nach der Suchaktion, die gegen 2.50 Uhr unterbrochen wurde, in den Pool gefallen sein. Der Garten wurde allerdings auch mit einer Wärmebildkamera überprüft.
Die noch brisantere Theorie: Bella könnte in der Nacht in den Pool gelegt worden sein.
Der Todeszeitpunkt soll genauer bestimmt werden
Die Wohnung der Eltern und der Garten wurden gegen 14 Uhr durchsucht. Der Garten ist von Mauern und Hecken umgeben und kann dadurch nur durch das Haus erreicht werden.
Sollte sich das Mädchen außerhalb des Zuhauses befunden haben, müsste es in der Nacht durch die Haustür und über das Treppenhaus in den Garten gegangen sein.
Das ist zwar nicht auszuschließen, laut shz soll die Kripo aber eher noch an die Theorie glauben, dass eine unbekannte Person Bella in den Pool gelegt haben könnte. Entweder war die Dreijährige zu diesem Zeitpunkt schon ertrunken oder sie lebte noch.
Laut Obduktion ist das Mädchen ertrunken, Hinweise auf ein vorangegangenes Gewaltverbrechen habe es nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht gegeben.
Die Ermittler gehen davon aus, dass Bella bereits mehrere Stunden tot war, als man sie gegen 9.30 Uhr im Pool fand. Eine genauere Einschätzung wurde bereits in Auftrag gegeben. Sollte sie weit vor Mitternacht gestorben sein, müsste sie wohl woanders ertrunken sein.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt zudem wegen möglicher Verstöße gegen die Aufsichtspflicht und des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen die Eltern. Dadurch können die Ermittler Chats und Standortdaten der Eltern auswerten.
Die Ermittlungen dauern an.