Von Martin Höke
Düsseldorf - Mehr als 6300 illegale Cannabis-Pflanzen stellten Ermittler im Mai 2025 sicher - rund ein Jahr später ist eine siebenköpfige Drogenbande vom Landgericht Düsseldorf zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.
Die Männer aus Albanien sollen unter anderem große Cannabis-Plantagen in Dormagen, Lüdenscheid und Bad Salzuflen betrieben haben. Laut Anklage wurden dort pro Ernte rund 150 Kilo Cannabis produziert.
Die vier Hauptangeklagten müssen für drei Jahre und sieben Monate bis zu sieben Jahre ins Gefängnis.
Drei weitere Männer bekamen ebenfalls Haftstrafen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Zwei Anführer hatten Immobilien angemietet und fünf Landsleute angeworben, die die Plantagen dauerhaft bewirtschaften sollten. Den 21 bis 34 Jahre alten Helfern seien jeweils 10.000 Euro pro Ernte versprochen worden.
Entführungsplan brachte Ermittler auf die Spur
Aufgeflogen war die Bande eher durch Zufall: Ermittler waren bei einem anderen Verfahren wegen einer geplanten Entführung im Drogenmilieu auf die Gruppe gestoßen.
Danach observierte die Polizei die Männer wochenlang. Im Mai 2025 schlugen die Ermittler schließlich zu und hoben die Plantagen aus.
Besonders Brisant: Der Strom für die Anlagen soll illegal abgezapft worden sein. Der Verbrauch lag laut Ermittlern bei rund zwei Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Das ist so viel wie etwa 400 Haushalte zusammen.