Angeklagte bricht ihr Schweigen! Gina H. über die Beziehung zum Vater von Fabian (†8)

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Von Helmut Reuter

Rostock - Rund vier Monate nach dem Beginn des Mordprozesses um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow hat die Angeklagte Gina H. (30) am Montag seit 9.30 Uhr erstmals ihr Schweigen gebrochen.

Gina H. brach im Mordprozess um Fabian aus Güstrow am Montag erstmals ihr Schweigen.
Gina H. brach im Mordprozess um Fabian aus Güstrow am Montag erstmals ihr Schweigen.  © Stefan Sauer/dpa

"Es war Liebe auf den ersten Blick", sagte die 30-Jährige über das Verhältnis zum Vater des getöteten Jungen. Das Verhältnis sei zu Anfang sehr harmonisch gewesen - auch zu dem Kind. Mit dem Vater sei sie sehr schnell zusammengezogen.

Später kam es ihren Angaben nach zu Spannungen, auch weil sie nach einer ungeplanten Schwangerschaft abgetrieben habe. Obwohl die Entscheidung gemeinsam getroffen worden sei, habe sie sich später alleingelassen gefühlt und habe an Depressionen gelitten, schilderte sie ihre Gefühlslage. 

Ihr etwa gleichaltriger Sohn und Fabian hätten sich gut verstanden, sagte die 30-Jährige weiter. Im August 2025 hätten sie zu dritt sogar noch einen gemeinsamen Ausflug an einen Badesee gemacht. Dabei habe sich Fabian leicht am Fuß verletzt.

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Sie habe die kaum blutende Wunde mit einem Pflaster versorgt und mit einer Küchenrolle abgetupft, ohne das Blatt von der Rolle abzureißen. "Dann war Fabians Welt wieder in Ordnung."

Die Ermittler hatten die Küchenrolle mit dem Blut des Kindes in der hinteren Tür ihres Autos gefunden und als Beweismittel in den Prozess eingeführt. Die Angeklagte verlas ihre Aussage von einem großen Stapel DIN-A-4-Blätter. Dabei berichtete sie auch unter Tränen vom Tod ihres Lieblingspferdes.

Fall Fabian: Richter unterbricht Anhörung der Angeklagten

Die verkohlte Leiche des Achtjährigen wurde vier Tage nach seinem Verschwinden an einem Tümpel in Klein Upahl gefunden.
Die verkohlte Leiche des Achtjährigen wurde vier Tage nach seinem Verschwinden an einem Tümpel in Klein Upahl gefunden.  © Polizeipräsidium Rostock

Nach einer halben Stunde unterbrach der Richter die Anhörung, um der Angeklagten eine kurze Pause zu gewähren. 

Die 30-jährige Frau soll Fabian laut Anklage am 10. Oktober 2025 an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow, erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt haben. Das Motiv soll mit dem Verhältnis der Angeklagten zu Fabians Vater und dem zeitweisen Ende dieser Beziehung zusammenhängen.

In dem seit dem 28. April laufenden Indizienprozess wurden bereits Dutzende Zeugen gehört und zahlreiche Gutachten vorgelegt. Als letzter Verhandlungstag ist bislang der 10. September terminiert. Dann könnte das Urteil gesprochen werden.

Erstmeldung um 5.30 Uhr, aktualisiert um 10.27 Uhr.

Titelfoto: Fotomontage: Stefan Sauer/dpa, Polizeipräsidium Rostock

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