Hamburg - Es erinnert sehr an den Fall "White Tiger": In Hamburg wurde ein 18-Jähriger festgenommen, weil er eine 14 Jahre alte US-Amerikanerin aus Indiana in den Tod getrieben haben soll.
Wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte, wurde der junge Mann am Donnerstag in Hamburg verhaftet. Er steht unter dem dringenden Tatverdacht des Mordes sowie der gefährlichen Körperverletzung.
Der Tatverdächtige soll zwischen September und Oktober 2026 die psychisch labile Jugendliche so manipuliert haben, dass sie sich nach Aufforderungen massive Schnittverletzungen zufügte. Mit dem Blut aus den Wunden schmierte sie das verwendete Internetpseudonym des 18-Jährigen "Kaz" und den Namen der Gruppierung "NMK" an die Wände. Schließlich nahm sie sich Tage später das Leben.
Von den Taten sollte das Opfer jeweils Videoaufnahmen machen und es dem Tatverdächtigen zukommen lassen. Hinsichtlich der Schnittverletzungen und der Schmierereien kam die Jugendliche dem nach.
Unklar ist allerdings noch, ob sie ihren Tod am 2. Oktober ebenfalls aufzeichnete. Dies sei nun Gegenstand der Ermittlungen, so die Staatsanwaltschaft.
Tatverdächtige drohte Umfeld der Toten
Der 18-Jährige soll allerdings erfolglos versucht haben, an das entsprechende Videomaterial zu kommen. Er hatte sogar dem Umfeld des Mädchens gedroht, bei Nichtherausgabe kompromittierende Aufnahmen des Opfers zu veröffentlichen.
Daher besteht gegen ihn zusätzlich der dringende Tatverdacht wegen versuchter Nötigung sowie wegen Besitzes jugendpornografischer Inhalte. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich der junge Mann mit dem Videomaterial entweder Zugang zu der Gruppe "NMK" (Nefarious Maniac Kult) verschaffen oder er sich profilieren wollte.
Ausgangspunkt des Verfahrens waren übermittelte Erkenntnisse durch das FBI sowie Mitteilungen des National Center for Missing and Exploited Children vom 15. und 16. Oktober 2026. Die Ermittlungen laufen weiterhin.
Der Fall erinnert stark an "White Tiger" aus dem Jahr 2025, bei dem ein 20 Jahre alter Mann aus Hamburg ein Mädchen in den USA durch Anweisungen in den Tod getrieben haben soll. Der Prozess findet derzeit unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Hansestadt statt.
Solltet Ihr selbst von Suizidgedanken betroffen sein, findet Ihr bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.