Prozess im Mordfall Fabian (†8) wird verlängert! Gibt es neue Beweise?
Von Iris Leithold
Rostock - Der Prozess um den gewaltsamen Tod des kleinen Fabian (†8) aus Güstrow dauert länger.
Die Kammer hat sechs zusätzliche Verhandlungstermine bis zum 8. Oktober angesetzt, wie aus einer Mitteilung des Landgerichts Rostock hervorgeht.
Nach der ursprünglichen Planung sollte das Urteil gegen die Angeklagte bereits am 10. September gesprochen werden. Der Prozess läuft seit Ende April.
Gina H. soll den achtjährigen Fabian laut Staatsanwaltschaft am 10. Oktober 2025 an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow, erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt haben. Das Motiv soll mit dem Verhältnis der Angeklagten zu Fabians Vater und dem zeitweisen Ende dieser Beziehung zusammenhängen.
In dem Indizienprozess wurden bereits Dutzende Zeugen gehört und zahlreiche Gutachten vorgelegt. Die Angeklagte streitet eine Beteiligung an der Tat ab.
Mordfall Fabian (†8): Neuer rechtsmedizinischer Sachverständiger?
Die Verteidigung hat zuletzt den Antrag gestellt, einen neuen rechtsmedizinischen Sachverständigen zu bestellen. Dieser solle nachweisen, wie lange die Leiche gebrannt habe. Nach Angaben der Verteidiger ist die Frage der Brenndauer entscheidend dafür, ob der angenommene Tatablauf so möglich ist, wie von der Staatsanwaltschaft angenommen.
Das Beweisprogramm für die zusätzlich angesetzten Verhandlungstermine ist laut Landgericht bisher offen. "Ob sämtliche weiteren Termine benötigt werden, steht daher auch noch nicht fest", erläuterte eine Gerichtssprecherin.
Titelfoto: Fotomontage: Bernd Wüstneck/dpa, Polizeipräsidium Rostock
