Prozess zum Mordfall Fabian (†8): Vater des Jungen soll Angeklagte geschlagen haben
Von André Ballin
Rostock - Im Prozess zum Tod des achtjährigen Fabians (†8) aus Güstrow hat die wegen Mordverdachts angeklagte 30-Jährige am Donnerstag erneut über Gewalt in der Beziehung zum Kindesvater gesprochen.
Dieser habe nicht nur sie, sondern auch die Kinder geschlagen, sagte sie. "Er hat mehrfach die Hand gegen die Kinder erhoben."
Ihrer Darstellung nach ist sie dazwischen gegangen und hat daraufhin die Gewalt abbekommen. Auf Nachfrage des Richters, warum sie die Beziehung nicht abgebrochen habe, erwiderte sie, dass sie es gewohnt sei. Sie sei schon als Kind von ihrer Mutter geschlagen worden, sagte sie.
Zuvor hatte die Verteidigung am Prozesstag die neuerliche Auswertung der Handydaten der Angeklagten als nutzlos bezeichnet.
"Der Zeuge kann nicht erklären, wie es zu den Ungenauigkeiten kommt", sagte Anwalt Andreas Ohm. Vorher hatte ein Polizist Daten aus zwei Vergleichsfahrten präsentiert, in der das Handy einmal zum Fundort des toten Fabian und einmal zum Wohnort der Angeklagten gefahren wurde.
Technik sei wohl nicht grenzenlos auslesbar, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Vielleicht bringe die Auswertung des Handys keine größeren Aufschlüsse, zumal die Standortdaten ausgeschaltet gewesen seien, räumte er ein.
Eigentlich sollten die Handydaten Indizien darüber liefern, wohin die Angeklagte zur Tatzeit gefahren war.
Prozess zum Mordfall Fabian (†8): Großes öffentliches Interesse
Vor Gericht steht eine 30-jährige Angeklagte. Sie soll den achtjährigen Fabian laut Staatsanwaltschaft am 10. Oktober 2025 aus seiner Wohnung in Güstrow gelockt und dann an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich der Kleinstadt, erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt haben.
Das Motiv soll mit dem Verhältnis der Angeklagten zu Fabians Vater und dem zeitweisen Ende dieser Beziehung zusammenhängen. Die Angeklagte streitet eine Beteiligung an der Tat ab.
Das öffentliche Interesse an dem Prozess ist riesig. Vor dem Landgericht in Rostock warteten die Menschen in einer langen Schlange, um der Verhandlung beizuwohnen. Die ersten Zuschauer haben sich demnach schon kurz nach 2 Uhr in der Nacht angestellt.
Erstmeldung um 11.25 Uhr, aktualisiert um 11.49 Uhr.
Titelfoto: Fotomontage: Bernd Wüstneck/dpa, Polizeipräsidium Rostock

