Tödliche Messerattacke in Seniorenzentrum: Bewohner im Rollstuhl soll sich gemobbt gefühlt haben

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Von Hannan el Mikdam-Lasslop, Jonas-Erik Schmidt

Olfen - Eine Tote, zwei Schwerverletzte: Nach dem tödlichen Messerangriff in einem Seniorenheim im Münsterland ermittelt die Polizei zu den Hintergründen der Tat. Der mutmaßliche Täter - ein 72 Jahre alter Bewohner des Seniorenzentrums - soll nach dpa-Informationen im Rollstuhl gesessen haben.

Der 72-jährige Bewohner griff mehrere Bewohner des St.-Vitus-Stifts mit einem Messer an und verletzte eine Seniorin tödlich.
Der 72-jährige Bewohner griff mehrere Bewohner des St.-Vitus-Stifts mit einem Messer an und verletzte eine Seniorin tödlich.  © Sascha Thelen/dpa

Nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei griff er am Freitagabend mit einem Messer mehrere Frauen in der Einrichtung im Städtchen Olfen an.

Eine 86 Jahre alte Heimbewohnerin starb, zwei weitere Frauen im Alter von 81 und 83 Jahren wurden schwer verletzt. Die 83-Jährige schwebte vorübergehend in Lebensgefahr. Sie sei vorerst stabilisiert, hieß es am Morgen.

Unklar war zunächst das Motiv und in welcher Beziehung der Tatverdächtige zu den drei Frauen stand. Die Bild berichtete, dass der Tatverdächtige gegenüber Beamten angegeben habe, er habe sich gemobbt gefühlt. Er habe sich an seinen Mitbewohnerinnen rächen wollen.

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Polizei und Staatsanwaltschaft machten dazu zunächst keine Angaben. Sie verwiesen auf eine Pressemitteilung zu einem späteren Zeitpunkt. Eine Mordkommission wurde eingerichtet.

Den Angaben zufolge starb die 86-Jährige noch am Tatort. Die beiden Verletzten kamen ins Krankenhaus. Als einen Tatort nannten die Ermittler die Cafeteria des Seniorenheims.

Polizisten nahmen den Deutschen widerstandslos fest. Laut Bild soll der Mann nach der Tat in sein Zimmer gerollt sein. Wann er einem Haftrichter vorgeführt werden sollte, war zunächst unklar.

Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot aus.
Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot aus.  © Sascha Thelen/dpa

Polizei auch am Tag nach der Tat noch vor Ort

In dem Seniorenzentrum leben nach Betreiberangaben 77 pflegebedürftige Senioren.
In dem Seniorenzentrum leben nach Betreiberangaben 77 pflegebedürftige Senioren.  © Sascha Thelen/dpa

Bei dem Heim handelt es sich um das St. Vitus-Stift in Olfen. Zwei Rettungshubschrauber landeten am Abend vor der Einrichtung, die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an.

Am Tag nach der Tat waren immer noch Beamte in der Einrichtung, wie ein dpa-Reporter beobachtete. Mehrere Wagen der Polizei standen vor dem Seniorenheim.

Angehörige von Bewohnern wurden durch einen anderen Zugang als den Haupteingang ins Gebäude geschleust. Die Jalousien an der Cafeteria waren heruntergelassen. Es herrschte eine ruhige, bedrückte Stimmung.

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Das Bistum Münster schrieb auf Instagram, dass die Messerattacke erschütternd sei. Man stehe fassungslos vor dem, was passiert sei. "Wir beten für alle, für die das Heute nicht mehr ist wie das Gestern."

Am Tag nach dem tödlichen Angriff waren Tatortreiniger vor Ort.
Am Tag nach dem tödlichen Angriff waren Tatortreiniger vor Ort.  © David Ebener/dpa

In dem Seniorenzentrum leben nach Betreiberangaben 77 pflegebedürftige Senioren. Es seien "Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, die durch gesundheitliche Beeinträchtigungen der Unterstützung und Pflege bedürfen".

Erstmeldung von 9.19 Uhr, aktualisiert um 17.57 Uhr

Titelfoto: Sascha Thelen/dpa

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