Heilbronn/Mosbach - Ein Fall von mutmaßlicher Korruption in den eigenen Reihen: Die Staatsanwaltschaft Mosbach hat gegen einen Polizeibeamten Anklage zum dortigen Landgericht erhoben. Der Mann soll in 153 Fällen Geld veruntreut haben. Hinzu kommen Vorwürfe der Nötigung und Urkundenfälschung.
Wie die Ermittler des Polizeipräsidiums Heilbronn am Mittwoch mitteilten, soll der Beamte spätestens ab Ende Oktober 2021 systematisch bei Verkehrskontrollen abkassiert haben. Dabei nahm er von Autofahrern Bargeld als sogenannte Sicherheitsleistung entgegen. Doch anstatt die Beträge wie vorgeschrieben an die zuständigen Stellen weiterzuleiten, soll der Polizist die Summen behalten haben.
Über die Monate und Jahre soll auf diese Weise eine immense Summe zusammengekommen sein. Die Staatsanwaltschaft beziffert den finanziellen Schaden auf 246.415 Euro.
Die Polizei Heilbronn hat nach Bekanntwerden der Vorwürfe ein Disziplinarverfahren gegen den Mann eingeleitet. Der Beamte wurde vom Dienst suspendiert und befindet sich aktuell nicht mehr im Einsatz.
Nun liegt der Fall beim Landgericht Mosbach. Dort muss in nächster Zeit darüber entschieden werden, ob die Anklage zugelassen und der Prozess gegen den suspendierten Polizisten eröffnet wird.