Angriff beim Wahlkampf: Grünen-Kandidat in Berlin antisemitisch beleidigt und attackiert

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Berlin - Daniel Eliasson (28) stand mit einem Wahlkampfstand vor einem Supermarkt in Steglitz, als ein Mann den Grünen-Politiker antisemitisch beleidigte und versuchte, ihm ins Gesicht zu schlagen.

Der Staatsschutz des Landeskriminalamtes ermittelt zu dem Fall. (Symbolfoto)
Der Staatsschutz des Landeskriminalamtes ermittelt zu dem Fall. (Symbolfoto)  © Malin Wunderlich/dpa

Eliasson war nach Polizeiangaben am Montag gegen 12.50 Uhr in der Liebenowzeile im Rahmen des Wahlkampfs unterwegs und verteilte Flyer. Ein 68-jähriger Mann soll ihn zunächst volksverhetzend angesprochen und später antisemitisch beleidigt haben.

Eliasson schilderte den Vorfall kurz danach auf Instagram. Der Mann sei wegen der Politik und "Merkel und was auch immer" aufgebracht gewesen und habe anschließend über Juden geschimpft, "die überall Kriege bringen". Eliasson habe ihm daraufhin gesagt, dass er selbst jüdisch sei und der Mann aufhören solle.

"Dann hat er versucht, mir ins Gesicht zu boxen", berichtete Eliasson. Der Schlag habe ihn nur um Millimeter verfehlt.

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Der Staatsschutz des Landeskriminalamtes ermittelt. Der 68-Jährige muss sich wegen des Verdachts der Körperverletzung, Volksverhetzung und Beleidigung verantworten.

Daniel Eliasson: "Antisemitismus geht uns alle an"

Sigmount Königsberg (66), Beauftragter gegen Antisemitismus der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, zeigte sich bestürzt über den Vorfall. (Archivfoto)
Sigmount Königsberg (66), Beauftragter gegen Antisemitismus der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, zeigte sich bestürzt über den Vorfall. (Archivfoto)  © Christophe Gateau/dpa

Eliasson macht den Vorfall zugleich zum Appell: "Antisemitismus geht uns alle an." Die Politik müsse unabhängig davon, "wo der Antisemitismus stattfindet", eine klare Haltung zeigen. "Schweigt nicht. Stellt euch gegen jeden Antisemitismus", schrieb der Grünen-Politiker.

Unterstützung bekam Eliasson von Sigmount Königsberg (66), dem Beauftragten gegen Antisemitismus der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Er erklärte, Antisemitismus sei "keine abstrakte Bedrohung", sondern zeige sich "auf unseren Straßen, im Alltag und zunehmend auch dort, wo Menschen sich politisch und gesellschaftlich engagieren".

Die Jüdische Gemeinde verurteilte den Angriff entschieden und erklärte sich solidarisch mit Eliasson und allen Betroffenen antisemitischer Gewalt und Anfeindungen.

Titelfoto: Bildmontage: Malin Wunderlich/dpa, Screenshot/instagram/daniel3liasson

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