Beamter bei Festnahme schwer verletzt: 18-Jähriger rast eineinhalb Stunden der Polizei davon
Rettenbach/Brennberg - In den oberpfälzischen Landkreisen Cham und Regensburg hat sich ein 18-Jähriger am Montagabend eine rund 90-minütige Verfolgungsfahrt mit der Polizei geliefert. Bei der anschließenden Festnahme wurde ein Beamter verletzt.
Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, sollte der junge Mann gegen 22.17 Uhr im Bereich Rettenbach kontrolliert werden. Statt anzuhalten, flüchtete der deutsche Staatsangehörige mit seinem Auto.
Mehrere Anhalteversuche der eingesetzten Streifen blieben zunächst erfolglos.
"Im Verlauf der Verfolgung kollidierte das Fluchtfahrzeug bei einem Anhalteversuch mit einem Dienst-Pkw", teilte die Polizei mit.
Nachdem ein Polizeihubschrauber hinzugezogen worden war, wurden die uniformierten Streifen aus der unmittelbaren Verfolgung genommen.
Zivile Einsatzkräfte setzten die Fahndung fort. Schließlich gelangte der 18-Jährige auf einen durch eine Schranke gesperrten Feldweg. "Beim Versuch, den Weg wieder zu verlassen, fuhr er rückwärts und steuerte dabei mit hoher Geschwindigkeit auf ein Dienstfahrzeug der zivilen Einsatzkräfte zu."
Seitenscheibe eingeschlagen, Unterarm aufgeschnitten
Das Auto kam dadurch zum Stehen und so konnten die Beamten eine weitere Flucht verhindern. Ein ziviler Polizist schlug die Seitenscheibe mit einem Schlagstock ein, um den 18-Jährigen aus dem Wagen zu holen.
Dabei zog sich der Beamte eine tiefe Schnittverletzung am rechten Unterarm zu. Seine Kollegen leisteten umgehend Erste Hilfe.
Anschließend wurde der Verletzte mit dem Polizeihubschrauber in ein Regensburger Krankenhaus geflogen.
Nach der ärztlichen Versorgung konnte der Polizist noch in derselben Nacht wieder aus der Klinik entlassen werden. Bei der anschließenden Kontrolle ergaben sich Hinweise darauf, dass der 18-Jährige unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand.
Verkehrsteilnehmer, die zwischen 22.17 Uhr und 23.47 Uhr durch das Fluchtfahrzeug gefährdet wurden oder entsprechende Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.
Titelfoto: Montage: 123rf/Christian Horz + Daniel Karmann/dpa

