Verkürzte Polizei-Ausbildung wegen Corona: Bereitschaftspolizei schlägt Alarm!

München/Bamberg - Die bayerische Bereitschaftspolizei beklagt Ausbildungsmängel bei jungen Kollegen.

Bei knapp 700 bayerischen Polizisten wurde die Ausbildung wegen der Corona-Krise abgekürzt. (Symbolbild)
Bei knapp 700 bayerischen Polizisten wurde die Ausbildung wegen der Corona-Krise abgekürzt. (Symbolbild)  © Matthias Balk/dpa

Der "Münchner Merkur" zitiert aus einem Brief aus dem Präsidium der Bereitschaftspolizei an das Innenministerium. Darin ist von "fachlichen Defiziten" der rund 700 jungen Beamten die Rede, deren Ausbildung wegen der Coronakrise verkürzt wurde. 

Das Ausbildungsniveau der jungen Beamten entspreche "nicht mehr dem Anspruch an eine qualitativ hochwertige Polizeiausbildung". Die Kollegen seien "keine vollständig ausgebildeten Polizisten". 

Ein Sprecher der Bereitschaftspolizei wollte den Brief nicht kommentieren und verwies auf das Innenministerium.

Dort betonte ein Sprecher, dass das Ministerium "keine Ausbildungsdefizite" sehe. 

Die für die Polizeiausbildung zuständige Bereitschaftspolizei habe seit dem Eingang des Schreibens am 26. März Konzepte erarbeitet, wie Inhalte nachgeholt werden können - im Online-Unterricht oder mit Fortbildungsmaßnahmen auf den Polizeidienststellen.

Knapp 700 angehende Polizisten hatten in diesem Jahr ihre Ausbildung wegen der Corona-Krise um mehrere Monate abgekürzt. "Aus unserer Sicht was das in der Krise alternativlos", sagte der Sprecher. Es sei sinnvoller gewesen, die Dienststellen mit den neuen Kollegen zu verstärken als die Azubis noch monatelang ins Heimstudium zu schicken.

Jungen Kollegen fehlen einsatzkritische Fähigkeiten

"Viele komplexe und teilweise einsatzkritische" Fähigkeiten fehlten den jungen Polizisten nun aber, heißt es laut "Münchner Merkur" in dem Brief. 

Dazu gehören den Angaben zufolge schon so grundlegende Dinge wie die Aufnahme eines Verkehrsunfalls oder Personenkontrollen, in denen die Nachwuchs-Beamten nicht mehr geschult würden - ganz zu schweigen von potenziell "lebensbedrohlichen Szenarien" wie einem Amoklauf.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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