Totes Baby in Müllsack gesteckt und entsorgt: Polizei kommt nicht voran

Gießen/Büdingen - Bei der Suche nach der Mutter eines toten Babys haben mittelhessische Ermittler auch nach der Auswertung Hunderter DNA-Proben keine heiße Spur zu der Frau.

Insgesamt reagierten 450 der 617 kontaktierten Frauen auf die versendeten Tests - einen Hinweis auf die Mutter des Kindes gab es jedoch nicht.
Insgesamt reagierten 450 der 617 kontaktierten Frauen auf die versendeten Tests - einen Hinweis auf die Mutter des Kindes gab es jedoch nicht.  © dpa/Frank Rumpenhorst

Es seien 450 Speichelproben abgeglichen worden, "leider mit negativem Ergebnis", berichtete der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen, Thomas Hauburger.

Vor fast einem Jahr hatten die Ermittler rund 600 Frauen zur Abgabe einer Speichelprobe gebeten, um so die Mutter des vor mehr als 20 Jahren bei Büdingen (Wetteraukreis) tot aufgefundenen Säuglings zu finden. Ihre Hoffnung: Durch die Mutter mehr über die Todesumstände des Kindes zu erfahren.

Ein Spaziergänger hatte im April 1999 die Leiche des neugeborenen Mädchens entdeckt, verpackt in einem Müllsack. Die Ermittler nannten das Kind später Sabrina. Was mit dem Mädchen geschehen war, blieb unklar.

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2019 kamen die Ermittler in dem Fall einen Schritt weiter: Experten gelang es, eine vollständige DNA des Babys aus sichergestellten Leberzellen zu gewinnen. Das eröffnete die Möglichkeit für eine DNA-Reihenuntersuchung Anfang November 2021.

Die Polizei kontaktierte dafür 617 Frauen, die 1999 in der Nähe des Fundortes der Babyleiche lebten und damals zwischen 13 und 30 Jahre alt waren.

Groß angelegter Speichelprobenabgleich führt auch weiterhin nicht zur Mutter von Sabrina

Polizei-Pressesprecher Tobias Kremp steht mit einem Teströhrchen vor der Wolfgang-Konrad-Halle im Büdinger Stadtteil Lorbach.
Polizei-Pressesprecher Tobias Kremp steht mit einem Teströhrchen vor der Wolfgang-Konrad-Halle im Büdinger Stadtteil Lorbach.  © dpa/Frank Rumpenhorst

Der Rücklauf von 450 genommenen Proben bedeute eine sehr gute Quote, sagte Oberstaatsanwalt Hauburger. Weitere 60 Frauen habe man nicht erreichen können, da sie ins Ausland oder unbekannt verzogen oder mittlerweile gestorben seien.

Die Ermittlungen zu den weiteren Frauen, die bislang keine Speichelprobe abgegeben haben, dauern an.

Titelfoto: Montage: dpa/Frank Rumpenhorst

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