Chaoten kapern Demo: Polizei setzt rund 100 Personen in Nürnberg fest
Nürnberg/München - Bei den größeren Protesten der Gen Z in den bayerischen Städten Nürnberg und München blieben die Gewaltexzesse, vor denen einige Politiker und selbsternannte Experten im Vorfeld warnten, aus. Aber: Reibungslos liefen nicht alle Demos ab. Vor allem Polizisten wurden Ziel von Attacken.
Besonders in Nürnberg sorgten einige Teilnehmer für Probleme, wie die Polizei am frühen Abend mitteilte.
"Im Bereich der Landgrafenstraße wurden aus der Versammlung heraus Glasflaschen, Steine und auch Böller in Richtung der Einsatzkräfte geworfen", so Janine Mendel, Pressesprecherin der Polizei Mittelfranken.
Am Kornmarkt sollte die Versammlung schließlich nach den Planungen für beendet erklärt werden.
Doch eine Gruppe gewaltbereiter Versammlungsteilnehmer sei dann in Richtung der Färberstraße davon gerannt.
"Dort wurden sie durch starke Polizeikräfte gestoppt. Es kam zur Anwendung unmittelbaren Zwangs."
Rund 100 Personen in Nürnberg festgesetzt
Laut Informationen des Pressedienstes "News5" von vor Ort seien in Nürnberg 40 Personen festgesetzt werden, nachdem es im Bereich der Brunnenstraße erneut Einsatzkräften beworfen wurden. An anderer Stelle seien laut Polizei weitere 60 Personen festgesetzt worden.
In Nürnberg habe es zudem einen verletzten Jugendlichen gegeben, der von einem möglichen Böller getroffen wurde. In München und anderen Städten hingegen blieb es weitgehend friedlich.
Zwar wurden in der Landeshauptstadt vereinzelte Böller und vermummte Personen gemeldet, doch wurde die Demo dort als insgesamt friedlich bewertet.
"Zum Ende der Versammlung kam es am Rande – bei der Festnahme einer Person – zu Solidarisierungsaktionen", teilte die Münchner Polizei am späten Abend mit.Hier wurden 84 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.
Das forderten die Ausrichter der Proteste mehrmals von den Teilnehmern – und die breite Mehrheit hatte sich auch daran gehalten. Unter anderem fordert die Bewegung "Gen Z regelt" Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie statt Kürzungen.
Außerdem – und spätestens hier haben sie auch vom Arbeiter bis zum Senioren entsprechende Schnittstellen – ein bezahlbares Leben und dass die Lasten gerecht verteilt werden. Diese und weitere Punkte werden auf ihrer Website aufgelistet.
Titelfoto: Montage: Peter Kneffel/dpa + NEWS5 / David Oßwald

