Dreister Autofahrer schiebt Polizisten über Polizeiparkplatz, dann wird's noch wilder
Euskirchen - Ein junger Autofahrer (25) hat die Polizei in Euskirchen auf Trab gehalten, einen Beamten verletzt und jede Chance zur Einsicht ausgeschlagen. Stattdessen kassierte der 25-Jährige lieber mehrere Anzeigen, unter anderem auch wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung.
Einen derartigen Fall erleben die Beamten wohl auch nicht alle Tage, denn an Dreistigkeit war das durch den jungen Autofahrer Dargebotene kaum zu überbieten.
So hatte der 25-Jährige am vergangenen Wochenende (Samstag, 10. Januar) zunächst die Aufmerksamkeit der Ordnungshüter erregt, als er den öffentlich zugänglichen Parkplatz der Polizeiwache Euskirchen in der Kölner Straße kurzerhand für einige Drift-Manöver nutzte und zwischen den dort abgestellten Streifenwagen umherraste. Dabei beschädigte er nicht nur die Treppe am Haupteingang der Wache, sondern sorgte auch für einen "deutlich erhöhten Puls bei den anwesenden Beamten", schilderte ein Polizeisprecher.
Als zwei Polizisten den Mann anhalten wollten, entschied der sich zur Flucht, wobei er einen Beamten mit seinem Wagen mehrere Meter über den Parkplatz schob und ihn dabei verletzte. Anschließend flüchtete er, wobei eine sofort eingeleitete Fahndung nach ihm zunächst erfolglos blieb.
Erst am darauffolgenden Sonntagmittag schnappte die Polizei den Mechernicher in Antweiler, stellten bei der anschließenden Kontrolle fest, dass er unter dem Einfluss von Drogen stand. Ein vorläufiger Test schlug positiv auf Amphetamin und Kokain an, woraufhin nicht nur sein Wagen, sondern auch sein Führerschein beschlagnahmt wurde.
25-Jähriger randaliert auf Polizeigelände und wirft mit Holzpflöcken
"Doch damit war das Kapitel noch nicht beendet", berichtete der Polizeisprecher weiter. Als der 25-Jährige auf die Wache gebracht wurde, verhielt er sich zunehmend aggressiv, beleidigte die anwesenden Beamten mehrfach und riss auf dem Gelände der Dienststelle sogar Holzpflöcke heraus, um diese anschließend umherzuwerfen.
"Ein Platzverweis zeigte nur kurzfristig Wirkung - der Mann kehrte zurück, klingelte grundlos an der Wache und setzte sein zerstörerisches Verhalten fort", schilderte der Sprecher, woraufhin die Ordnungshüter schließlich durchgriffen. Zur Verhinderung weiterer Straftaten wurde der Mann in Gewahrsam genommen, wobei er Widerstand leistete, die Beamten beleidigte und in deren Richtung spuckte.
Die Polizei leitete abschließend gleich mehrere Anzeigen gegen den Unruhestifter ein, der sich nun wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, versuchter schwerer Körperverletzung, Beleidigung, Fahrens unter Drogeneinfluss, Verkehrsunfalls mit Personenschaden sowie Unfallflucht verantworten muss.
"Wer Polizeiparkplätze mit Rennstrecken verwechselt, Betäubungsmittel konsumiert und jede Chance zur Einsicht auslässt, sammelt keine Punkte - sondern Strafanzeigen", betonte die Polizei.
Titelfoto: Peter Steffen/dpa

