Von Martin Oversohl
Stuttgart/Pforzheim - Mit gestohlenen Edelmetallen sollen zwei Männer aus Pforzheim einen schwunghaften illegalen Handel betrieben und einen millionenschweren Gewinn eingefahren haben.
Die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart hat nach eigenen Angaben Anklage gegen den Deutschen und den Türken erhoben. Den Männern wird gewerbsmäßige Bandenhehlerei in 190 Fällen sowie Geldwäsche vorgeworfen.
Laut Anklage sollen sie hinter der Fassade eines Edelmetallunternehmens gestohlene Materialien im Wert von rund 50 Millionen Euro angekauft, eingeschmolzen und zu Geld gemacht haben, wie die baden-württembergische Behörde mitteilte.
Das Landgericht Mannheim muss nun entscheiden, ob es die Anklage zulässt und einen Prozess ansetzt. Die beiden Männer sitzen seit Mitte März in Untersuchungshaft.
"Die Anklage geht davon aus, dass die beiden Angeschuldigten mit ihrem Unternehmen Gewinne in Millionenhöhe erzielten", teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit.
Sie kauften demnach gestohlene edelmetallhaltige Stoffe an. Diese schmolzen sie unter anderem in einer Halle im Kreis Calw ein, um die Herkunft zu verschleiern, und wandelten sie schließlich in Edelmetalle und Geld um, bevor sie einen Teil der Erlöse ins Ausland schafften.
Ermittlungen wegen Geldwäsche
Unter anderem wurden laut Behörde im vergangenen Februar am Flughafen Stuttgart fast 218.000 Euro sichergestellt.
Für den Schmuggel sollen die beiden Männer kurz vor dem Check-in für einen Flug nach Antalya (Türkei) 27 Mitwissern - alle von ihnen Mitglieder eines Fußballvereins - Briefumschläge mit jeweils 4000 bis 9900 Euro übergeben haben.
"Das Geld sollte nach der Ankunft in der Türkei wieder an die Händler zurückfließen", teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Gegen die Empfänger wird wegen des Verdachts der Geldwäsche ermittelt.