Hat ein Mitschüler (15) Wiktoria (16) erstochen? Heute soll er vor den Haftrichter

Großröhrsdorf - Kann Großröhrsdorf jetzt aufatmen? Am Donnerstag rückte die Polizei wieder mit einem Großaufgebot in der Kleinstadt an, nahm den Oberschüler Finn (15) fest, durchsuchte die elterliche Wohnung. Die Ermittler haben ihn im Verdacht, Wiktoria (†16) erstochen zu haben, am Freitag soll er vor den Haftrichter.

In der Hecke suchte der Spürhund nach der mutmaßlichen Tatwaffe.
In der Hecke suchte der Spürhund nach der mutmaßlichen Tatwaffe.  © Eric Münch

Gut eine Woche nach der Bluttat konnte die Polizei am Donnerstag einen Tatverdächtigen festnehmen, einen Schüler aus der Parallelklasse: "Der Tatverdächtige und das Opfer kannten sich näher", sagt Staatsanwalt Christopher Gerhardi (52).

"Wir haben uns von Anfang an auf das soziale Umfeld konzentriert, es gab schließlich eine Reihe von Hinweisen zu ihm." Der Schüler selbst wohnte nur rund 100 Meter vom Tatort entfernt.

Die Großröhrsdorfer bleiben nach der Festnahme jedoch skeptisch: "Hoffentlich haben sie den Richtigen", sagt eine Passantin. Die Ermittlungen sind auch noch lange nicht abgeschlossen. Die Spurensicherung durchsuchte Garten und Wohnhaus in der Bergstraße: Ein Leichenspürhund, der auch Blutspuren wittert, kam zum Einsatz, in Tüten und Kisten schleppten die Ermittler Beweismittel aus dem Haus.

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"Wir werden auch hier 3-D-Fotografie und Luminol einsetzen", so Polizeisprecher Kai Siebenäuger (42). Bei Letzterem handelt es sich um eine Chemikalie, die Blutspuren über UV-Licht wieder sichtbar macht.

Finn (15) soll am Freitag vor den Haftrichter.
Finn (15) soll am Freitag vor den Haftrichter.  © privat
Warum Wiktoria (†16) sterben musste, ist noch unklar.
Warum Wiktoria (†16) sterben musste, ist noch unklar.  © privat
Am Tatort hielten Bekannte von Wiktoria im Beisein ihrer Familie eine Mahnwache ab.
Am Tatort hielten Bekannte von Wiktoria im Beisein ihrer Familie eine Mahnwache ab.  © xcitepress

Kam Mitschüler Finn die letzten Tage schon nicht mehr zur Schule?

Laut Polizeisprecher Kai Siebenäuger (42) sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen.
Laut Polizeisprecher Kai Siebenäuger (42) sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen.  © xcitepress

Finn soll schon die vergangenen Tage nicht mehr zur Schule gekommen sein, allerdings ließen kurz nach der Tat einige Eltern ihre Schüler lieber aus Angst zu Hause.

Versteckt hatte sich der Tatverdächtige Oberschüler jedoch nicht.

Zum Motiv der Bluttat machten die Ermittler am Donnerstag keine Angaben.

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Die Schülerin Wiktoria war am Mittwoch vergangene Woche nach Angaben ihrer Tante mit einer Freundin, die in der Nähe des Garagenkomplexes wohnte, verabredet, doch kam dort nicht an.

Zeugen schildern einen Streit, einer will gesehen haben, wie ein junger Mann auf Wiktoria einstach und dann weglief. Die Schülerin verblutete wenig später.

Titelfoto: Montage: Eric Münch / privat

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