"Kollektiv Zwickau": Festnahmen bei Razzien gegen Linksextremisten

Dresden/Zwickau - Schlag gegen eine K-Gruppe: Bundesweit gingen Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt (LKA) gestern mit einer Razzia gegen das "Kollektiv Zwickau" vor, warfen zwölf Beschuldigten vor, eine kriminelle Vereinigung gegründet zu haben. Fünf junge Männer kamen vor den Haftrichter.

Aufregung im Dresdner Stadtteil Striesen ...  © Eric Hofmann

Orthodoxe Kommunisten führten in der linksextremen Szene lange ein Exoten-Dasein.

Das hat sich die vergangen Jahre allerdings geändert: Besonders Jugendliche fühlen sich zu den teilweise martialisch auftretenden Gruppen hingezogen, die seit 2020 vermehrt gegründet werden und die Diktatur des Proletariats durch eine kommunistische Kaderpartei fordern.

Als Regionalgruppe der "Roten Jugend" tauchte seit 2020 das "Kollektiv Zwickau" zuerst im Netz auf, laut Staatsanwaltschaft gründete sich die Gruppe als kriminelle Vereinigung im Jahr 2022.

Polizeimeldungen Nach Hacker-Angriff auf Kühlanlagen: Supermarkt muss Waren im Wert von Hunderttausenden Euro vernichten

Ziel sei es regional und überregional gegen Menschenfeinde und Rechtsextremisten vorzugehen: "Die Beschuldigten sollen sich über Jahre hinweg verabredet haben, ihre Ziele durch Begehung von Straftaten, insbesondere durch Körperverletzungsdelikte gegenüber politisch Andersdenkenden und Sachbeschädigungen zu verwirklichen", so Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt (51).

Anzeige
Der mutmaßliche Anführer Marcel S. (36) kam hinter Gitter.  © Steve Schuster
Auch John G. (22) musste nicht in Untersuchungshaft.  © Steve Schuster
... zahlreiche Kräfte der Polizei rückten am Morgen an.  © xcitepress
Luis H. (22) kam am Dienstag wieder auf freien Fuß.  © Steve Schuster

Insgesamt fünf Beschuldigte sollen noch am Dienstag einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden

Weil sich Mio S. (20) gegen die Razzia gewehrt haben soll, kam auch er in U-Haft.  © Steve Schuster
Einsatz in der Wormser Straße, Ecke Huttenstraße.  © Eric Hofmann

Das LKA rechnet der Gruppe unter anderem Gewalttaten am Rande einer AfD-Veranstaltung am 27. Juli 2024 in Saalfeld, am Folgetag einen Überfall mit Teleskopschlagstöcken auf eine rechte Gruppe im Zwickauer Schlobigpark zu.

Außerdem sollen sie sich am 5. September diesen Jahres an einem Überfall auf ein Mitglied der Neonazi-Partei "III. Weg" beteiligt haben.

Lag bei den zwölf Beschuldigten erst nur gegen den mutmaßlichen Anführer Marcel S. (36) sowie Tom S. (32), John G. (22) und Luis H. (22) ein Haftbefehl vor, soll Mio S. (20) die durchsuchenden Beamten angegriffen haben, wurde auch festgenommen.

Polizeimeldungen Auseinandersetzung am Busbahnhof: Polizist bei Einsatz verletzt

Ein Richter setzte am Dienstag nur den Haftbefehl gegen Marcel S. und Mio S. in Vollzug, die Ermittlungen dauern an.

Erstmeldung, 3. November, 8.33 Uhr; zuletzt aktualisiert: 18.16 Uhr.

Mehr zum Thema Polizeimeldungen: