Marburg - Ein Streit in einer Marburger Gaststätte soll in der Nacht zum Sonntag völlig eskaliert sein: Ein 30-Jähriger musste das Lokal verlassen. Wenig später soll er mit einer Waffe zurückgekehrt sein und einen Schuss abgegeben haben. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des versuchten Mordes.
Nach Angaben von Staatsanwaltschaft Marburg und Polizeipräsidium Mittelhessen war der Mann in der Nacht zum 27. September mit mehreren Gästen einer Gaststätte im Wehrdaer Weg aneinandergeraten. Im Verlauf des Streits wurde der 30-Jährige aufgefordert, das Lokal zu verlassen. Dieser Aufforderung kam er schließlich nach.
Doch damit war die Auseinandersetzung offenbar noch nicht beendet. Gegen 2.30 Uhr soll der Mann mit seinem Auto zu der Gaststätte zurückgekehrt sein. Anschließend soll er mindestens einmal auf das Gebäude geschossen haben, obwohl sich zu diesem Zeitpunkt noch Menschen darin befanden.
Eine Fensterscheibe wurde durch den Schuss beschädigt. Ein 42 Jahre alter Gast erlitt leichte Verletzungen und wurde von Rettungskräften vor Ort medizinisch versorgt.
Der mutmaßliche Schütze flüchtete zunächst. Die Polizei leitete umgehend eine Fahndung ein und konnte den 30-Jährigen wenig später in seinem Fahrzeug antreffen und festnehmen. Auch das abgefeuerte Geschoss stellten die Ermittler sicher.
Am Montag wurde der Beschuldigte auf Antrag der Staatsanwaltschaft einem Haftrichter am Amtsgericht Marburg vorgeführt. Dieser ordnete Untersuchungshaft wegen des Haftgrundes der Schwerkriminalität an. Der 30-Jährige befindet sich inzwischen in einer hessischen Justizvollzugsanstalt.
Ermittlungen laufen weiterhin auf Hochtouren
Noch sind allerdings wichtige Fragen offen. Die Ermittler wollen unter anderem klären, wie sich die Tat genau abgespielt hat und was hinter der Eskalation steckte. Auch nach der mutmaßlichen Tatwaffe wird weiterhin gesucht.
Die Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Mordes dauern an.