Polizei nennt Details: So lief die Festnahme des mutmaßlichen Stromnetz-Saboteur

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Von Marc Herwig

Weisweiler - Es war nur etwas niedergetretenes Gras an einem Feldweg. Aber das war für zwei junge Polizisten die entscheidende Spur, die am Dienstag zur Festnahme des 48-jährigen mutmaßlichen Energie-Attentäters geführt hat, nach dem europaweit gesucht worden war. 

Tagelang hatte die Polizei mit starken Kräften nach dem 48-Jährigen gesucht.
Tagelang hatte die Polizei mit starken Kräften nach dem 48-Jährigen gesucht.  © Christoph Reichwein/dpa

Obwohl sie gar nicht an der groß angelegten Fahndung beteiligt waren, haben die beiden Autobahnpolizisten das Versteck des Tatverdächtigen gefunden und ihn verhaftet. Einer der beiden Beamten hat sogar seine Bodycam eingeschaltet. Die Deutsche Presse-Agentur konnte die Aufnahmen anschauen.

Sie zeigen, wie die beiden jungen Beamten der Spur im Gras folgen und im Gebüsch rund 200 Meter neben dem Weg auf einen Mann stoßen. Ein Polizist zieht seine Pistole, fordert den Mann auf, sich auf den Boden zu legen.

Der leistet keinen Widerstand und folgt allen Anweisungen. Sofort habe er zugegeben, der Gesuchte zu sein, berichten die Beamten später. Dann klicken die Handschellen.

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Tagelang hatten die Angriffe auf das Stromnetz in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen für Schlagzeilen in den Medien und einen Großeinsatz der Polizei gesorgt. In einem Gebüsch etwa 800 Meter neben dem Kraftwerk Weisweiler bei Aachen endet die Fahndung nun.

Zelt stand gut getarnt in einem Gebüsch

Der zu einem Wohnmobil umgebaute Lkw des Verdächtigen wurde auf einem Parkplatz gefunden.
Der zu einem Wohnmobil umgebaute Lkw des Verdächtigen wurde auf einem Parkplatz gefunden.  © Christoph Reichwein/dpa

Die Aufnahme der Bodycam schwenkt zur Seite. Man sieht ein Zelt, das der 48-Jährige getarnt in einem Gebüsch aufgebaut hat. Die Polizei hatte das Gelände mit Hubschraubern und Drohnen abgeflogen - aber durch die gute Tarnung sei das Zelt aus der Luft nicht zu sehen gewesen, erklärt Einsatzleiter Frank Wißbaum auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Obwohl der 48-Jährige sein Aussehen stark verändert habe, seien die Polizei-Experten schnell sicher gewesen, dass es sich tatsächlich um den tagelang gesuchten Tatverdächtigen handelt.

"Die beiden jungen Kollegen haben das kriminalistisch richtig gut gemacht", lobt Wißbaum. Bis zu 1700 Einsatzkräfte waren mehrere Tage lang für die Fahndung nach dem 48-Jährigen eingesetzt.

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Letztlich seien es die Aufmerksamkeit und der Spürsinn der beiden jungen Beamten gewesen, die zur Festnahme geführt hätten.

Titelfoto: Christoph Reichwein/dpa

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