Verfolgungsjagd endet dramatisch: Audi stürzt fünf Meter tief auf Gleise, Strecke gesperrt
Lauterbach - Dramatisches Ende einer Verfolgungsjagd im Landkreis Leipzig: In der Nacht zu Donnerstag versuchten drei Personen, in einem Audi vor der Polizei zu fliehen. Als sie in Lauterbach eine Absperrung umfahren wollten, stürzte der Wagen rund fünf Meter in die Tiefe und endete im Gleisbett.
Wie Polizeisprecher Moritz Peters gegenüber TAG24 erklärte, war der Audi einer Streife des Reviers Borna bereits in Kitzscher aufgefallen, weil dessen Nummernschilder nicht zu ihm passten. "Sie gehörten eigentlich zu einem Opel", so der Sprecher.
Als die Beamten das Auto kontrollieren wollten, versuchte dessen Fahrer (31) zu fliehen.
Die Verfolgungsjagd endete schließlich im rund sechs Kilometer entfernten Lauterbach.
Im Bereich des Waldweges, in Höhe der Einmündung Brückenstraße, bog der Audi auf eine Wiese ab, die zu einer ehemaligen Brückenüberführung über die Bahnstrecke Leipzig–Bad Lausick führt - vermutlich in der Hoffnung, auf die gegenüberliegende S49 zu gelangen.
Nach Informationen vom Ort des Geschehens soll der Fahrer versucht haben, ein dortiges Absperrgeländer zu umfahren. Dabei durchbrach der Audi einen Zaun und stürzte rund fünf Meter tief auf das Gleisbett der Bahnstrecke.
Der Audi überschlug sich und blieb schließlich auf dem Dach neben den Gleisen liegen.
Audi-Insassen hatten Glück im Unglück
Die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Bad Lausick wurden gegen 2.45 Uhr zur technischen Hilfeleistung alarmiert. Als die Kameraden eingetroffen waren und sich einen Überblick verschafften, hatten Polizei und Rettungskräfte den Fahrer sowie seine zwei Beifahrer (31, 48) bereits befreit.
Das Trio hatte dabei Glück im Unglück. Der 31-jährige Beifahrer erlitt schwere Verletzungen, die beiden anderen Insassen wurden leicht verletzt. Alle drei wurden zur Behandlung in umliegende Krankenhäuser gebracht. Ein vorab durchgeführter Drogenschnelltest reagierte bei zwei der Männer positiv auf Amphetamine. Ob der Fahrer unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand, soll die Blutentnahme der drei Männer zeigen.
Bei der Durchsuchung des Audis sollen die Beamten sowohl auf verschiedenes Werkzeug als auch eine Softairwaffe gestoßen sein. Die Polizei ermittelt wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, fahrlässiger Körperverletzung im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall, Kennzeichenmissbrauchs, Fahren ohne Fahrerlaubnis und verbotenen Kraftfahrzeugrennens.
Die Bahnstrecke zwischen Bad Lausick und Leipzig musste im Zuge des Vorfalls gesperrt werden. Aktuell läuft noch die Bergung des Audis. Dazu wurde nun laut Polizei ein Kranfahrzeug hinzugerufen. Wie lange die Bergung dauern wird, war zunächst unklar. Die Deutsche Bahn hat Schienenersatzverkehr eingerichtet.
Erstmeldung vom 10. September, 8.15 Uhr. Aktualisiert um 10.03 Uhr.
Titelfoto: Montage: Sören Müller

