Berlin - Schock in einer Berliner Jugendherberge! Eine Gruppe von acht bis zehn Unbekannten soll am Mittwochnachmittag in einer Unterkunft in Mitte für einen Großeinsatz der Polizei und Rettungskräfte gesorgt haben. 31 Menschen klagten nach einem Reizgaseinsatz über Beschwerden.
Nach bisherigen Erkenntnissen und Zeugenaussagen betrat die Gruppe gegen 17.45 Uhr die Jugendherberge in der Köpenicker Straße. Zu diesem Zeitpunkt hielt sich dort eine rund 30-köpfige Schülergruppe aus Nordrhein-Westfalen im Alter von 15 bis 17 Jahren auf. Auch Lehrkräfte waren in der Unterkunft.
Zunächst sollen die Unbekannten auf einem Stockwerk lautstark gegen mehrere Zimmertüren geklopft haben. Als Türen geöffnet wurden, kam es zu verbalen Streitigkeiten.
Doch damit war die Situation offenbar nicht beendet. Die Gruppe begab sich laut Polizei auf ein weiteres Stockwerk und klopfte erneut gegen mehrere Türen. Nachdem diese geöffnet worden waren, soll einer der Unbekannten großflächig Reizstoff in Richtung der Jugendlichen gesprüht haben.
Außerdem sollen mehrere Mitglieder der Schülergruppe geschubst und angerempelt worden sein.
Als die Tatverdächtigen bemerkten, dass die Polizei alarmiert worden war, flüchteten sie aus der Jugendherberge.
Großeinsatz sorgt für Straßensperrung
Beim Eintreffen der Einsatzkräfte klagten 31 Personen über Reizungen der Augen und Atemwege. Zwei Jugendliche wurden von Rettungskräften zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Auch ein Rettungshubschrauber war im Einsatz.
Eine anschließende Suche in der Umgebung blieb ohne Erfolg.
Während des Einsatzes musste die Köpenicker Straße zwischen Adalbertstraße und Michaelkirchstraße für den Fahrzeugverkehr gesperrt werden. Auch der Busverkehr der BVG war betroffen.
Die Kriminalpolizei der Direktion 5 ermittelt nun wegen Bedrohung, Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung.