Von Irena Güttel, Benedikt Zinsmeister
Regensburg - Erst kürzlich wurde ein Supermarkt in Niederbayern Opfer von Cyberkriminellen, nun hat es eine Metzgerei in der Oberpfalz. Die Hacker manipulierten mehrere Kühlhäuser und richteten damit hohen Schaden an.
Die Täter veränderten die Temperatureinstellung in der Nacht zum Montag so, dass sich die Kühlhäuser auf bis zu 150 Grad erhitzten, wie das Polizeipräsidium in Regensburg mitteilte.
Der Metzgerei im Landkreis Neustadt an der Waldnaab entstand nach aktuellem Ermittlungsstand ein Schaden im fünfstelligen Bereich.
Der Cyberangriff sei rechtzeitig entdeckt worden, sodass ein noch höherer Schaden vermieden werden konnte, hieß es von der Polizei.
Der Vorfall stehe möglicherweise im Zusammenhang mit weiteren Cyberangriffen in der Nacht zum 2. November auf Kühlsysteme von Supermärkten in Europa.
Medien berichteten über vergleichbare Vorfälle in der Nacht auf Montag, unter anderem in Belgien, Schweden, Irland und Estland.
Erst kürzlich wurde ein Edeka in Niederbayern Opfer von Cyberkriminellen
Auch ein Edeka im niederbayerischen Reisbach war jüngst Opfer einer Cyberattacke geworden und hatte einen Großteil der Ware in den Kühlregalen und -truhen entsorgen müssen.
"Foodsharing hat kurzfristig alles abgeholt, was noch irgendwie zu retten war. Doch ein Großteil der Ware musste leider entsorgt werden. Und das macht uns einfach nur wütend!", schrieb das Unternehmen auf seiner Facebook-Seite.
Die Polizei rät betroffenen Unternehmen, die Cyberangriffe umgehend zu melden. Dadurch könnten digitale Spuren gesichert, weitere Schäden möglichst verhindert und Ermittlungen zur Identifizierung der Täter eingeleitet werden, teilte das Präsidium mit.