What the Hack(er-Angriff)? Kriminelle drehen Kühlanlage von Supermarkt auf 50 Grad auf
Reisbach - Ex-Bildungsministerin Anja Karliczek (55, CDU) formuliert es 2018 so: "5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig." Unabhängig davon ging jedoch die Vernetzung der Geräte mit allen Vor- aber auch Nachteilen weiter. Im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau hat es nun die mit dem Internet verbundenen Kühltruhen eines Supermarktes erwischt. Hacker drehten die Regler auf – und Hunderte Lebensmittel landen im Müll.
Steht hier ein konsum- und kapitalismuskritisches Statement dahinter, einen Magermilchjoghurt für 80 Cent auf 50 Grad zu erhitzen?
Soll auf veraltete Technik hingewiesen werden, weil die Hacker keine E-Mail schreiben können? Man weiß es nicht. Die Ermittler können nur vermuten.
In Frankreich, Luxemburg, Schweden, Belgien, Irland, Finnland, Estland und den Niederlanden gab es bereits ähnliche Vorfälle. Und nun auch in Reisbach.
"Die traurige Folge: Unmengen an Lebensmitteln mussten in die Tonne", schreibt das Unternehmen auf seiner Facebook-Seite.
"Foodsharing hat kurzfristig alles abgeholt, was noch irgendwie zu retten war. Doch ein Großteil der Ware musste leider entsorgt werden. Und das macht uns einfach nur wütend!"
Supermarkt nimmt Anlagen vom Netz und prüft weitere Schritte
Der Supermarkt zählt einige Punkte auf, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Um so ärgerlicher sind natürlich derartige Cyberangriffe.
Das Polizeipräsidium Niederbayern ermittelt; hält nach eigenen Angaben auch Kontakt zu ausländischen Behörden. Zeitgleich wird in der Kommentarspalte nicht nur die Angriffe verurteilt.
Viele User spekulieren – wie man es bei Facebook kennt – wild über die Hintergründe, glauben die wahren Gründe der europaweiten Aktionen zu kennen und kritisieren lieber den betroffenen Supermarkt, statt die Täter.
Die Betreiber des Geschäfts ihrerseits richten den Fokus darauf, die Versorgung am Standort wieder aufzubauen: "Ab morgen werden unsere Kühlregale wieder mit frischer Ware befüllt", heißt es in dem Beitrag von Montag.
Die betroffenen Anlagen wurden nun vom Internet getrennt und man möchte aus dem Vorfall seine Konsequenzen ziehen.
Titelfoto: Screenshot/Facebook/Edeka Ernst

