Mann droht mit Selbstmord: SEK-Einsatz in Magdeburg

Magdeburg - Ein dramatischer Polizeieinsatz ereignete sich am Samstagabend im Magdeburger Stadtteil Fermersleben. Nachdem ein 46-Jähriger hatte sich über mehrere Stunden auf einem Balkon verschanzt und schließlich sogar mit Selbstmord gedroht. Letztendlich musste das SEK die Situation entschärfen.

Der 46-Jährige auf dem Balkon im dritten Obergeschoss des Mehrfamilienhauses.
Der 46-Jährige auf dem Balkon im dritten Obergeschoss des Mehrfamilienhauses.  © Thomas Schulz

Nach aktuellen Informationen wurde die Polizei gegen 17.30 Uhr nach Fermersleben gerufen. Eine Frau soll massiv von ihrem 46-jährigen Lebensgefährten bedroht worden sein.

Als die ersten Beamten am Ort des Geschehens eintrafen und die Lage entschärfen wollten, flüchtete der Mann, bewaffnet mit einem Messer, zunächst auf den Balkon seiner Freundin. Von da aus kletterte er auf einen Nachbarbalkon, wo er sich schließlich verschanzte.

Gegenüber den Polizisten erklärte er in aggressivem Ton, er werde springen, soll sich ihm jemand nähern.

Zur Unterstützung der Polizei wurden daraufhin noch Feuerwehr und Höhenrettung hinzugerufen, Drehleiter und mehrere Sprungkissen zur Sicherung aufgebaut. Polizei und Rettungsdienst versuchten indes, den 46-Jährigen zu besänftigen und ihn zur Aufgabe zu überreden. Dieser reagierte jedoch, indem er Stühle und andere Gegenstände vom Balkon auf die Einsatzkräfte am Boden warf sowie einen Sichtschutz eintrat und sich dabei selbst am Bein verletzte.

46-Jähriger verschanzt sich auf Balkon: So überwältigten ihn SEK und Feuerwehr

Beamte des SEK und Kameraden der Feuerwehr bei der Planung des Zugriffs.
Beamte des SEK und Kameraden der Feuerwehr bei der Planung des Zugriffs.  © Thomas Schulz

Rettungskräfte versorgten den 46-Jährigen mit Verbandsmaterial, um seine Wunde zu versorgen. 

Nachdem diese verbunden war, befestigte der Mann den Rest der Binde an der Balkonbrüstung. Das andere Ende band er um seinen Hals, woraufhin er mit seinem Messer herumfuchtelte und den Einsatzkräften zurief: "Kommt ihr zu Nahe, passiert was!"

Während die mittlerweile eingetroffene Verhandlungsgruppe des LKA weiter das Gespräch mit ihm am Laufen hielt, brachten sich auch Einsatzkräfte des SEK in Stellung. Fast fünf Stunden beschäftigte der 46-Jährige die Einsatzkräfte bereits.

Gegen 22.30 Uhr griffen Polizei und Feuerwehr dann zu einem anderen Plan: Um den Mann abzulenken, brachten die Kameraden eine Drehleiter am Balkon in Position. Gleichzeitig nutze das SEK den Moment für den Zugriff. Eine Blendgranate später war der Mann festgenommen.

Die Polizei übergab den 46-Jährigen an den Rettungsdienst, der ihn in die psychiatrische Abteilung eines nahegelegenen Krankenhauses brachte.

Die Polizei hat indes die weiteren Ermittlungen aufgenommen. Dabei soll unter anderem geklärt werden, warum der Mann so verstört reagierte.

Titelfoto: Thomas Schulz

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