Frankfurt am Main/Karlstein am Main - Kurioser Einsatz! Zwei Kriminelle stahlen "Spielkarten samt Vitrinen im Wert von mehreren zehntausend Euro", wie ein Polizeisprecher sagte. Was folgte, war eine rasante Verfolgungsjagd über die A3, A661 und A5. In Frankfurt am Main wurde ein Verdächtiger gefasst, nach einem zweiten Mann wird weiter gefahndet!
In der Nacht zu Samstag wurde die Polizei wegen eines Einbruchs in das auf Sammelkarten spezialisierte Geschäft MM-Collectables in der unterfränkischen Gemeinde Karlstein am Main alarmiert.
"Über eine bestehende Videoüberwachungsanlage konnten zwei mutmaßliche Täter gesichtet werden", wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Südosthessen ergänzte.
Die Kriminellen stahlen mehrere hochwertige Spielkarten und flohen dann mit einem roten Fiat Punto, der Kennzeichen aus dem nordrhein-westfälischen Kreis Steinfurt aufwies.
Umgehend wurden mehrere Streifenwagen-Besatzungen entsandt. Ein Team konnte den zu diesem Zeitpunkt mit zwei Männern besetzten Wagen gegen 3.15 Uhr bei der südlich von Karlstein liegenden Gemeinde Kleinostheim lokalisieren.
Angesichts der Polizei beschleunigte der Fiat-Fahrer jedoch, streifte dabei kurz den Streifenwagen und floh dann über die A3 in Richtung Frankfurt.
Polizei stellt zahlreiche Sammelkarten sicher: Ist es "die gesamte Tatbeute"?
Daraufhin setzte eine Verfolgungsjagd ein, bei der auch ein Polizeihubschrauber zum Einsatz kam. Dabei fuhr der Fiat bis zum Autobahnkreuz Offenbach, wechselte dort auf die A661 in Richtung Oberursel um dann in Höhe des Autobahnkreuzes Bad Homburg kurzzeitig von der Autobahn abzufahren. Doch schon kurz danach fuhr der Fiat auf die A5 auf und es gelang dem Fahrer, seine Verfolger vorübergehend abzuschütteln.
Gegen 3.45 Uhr geriet das Fluchtauto dann wieder in den Fokus der Polizei: Der Fiat fuhr nun erneut auf der A661 und verließ diese über die Anschlussstelle bei Frankfurt-Heddernheim.
Auf der Kreuzung Marie-Curie-Straße/Rosa-Luxemburg-Straße in Frankfurt-Niederursel baute der Fahrer dann einen Crash "ohne Einwirkung der eingesetzten Polizeikräfte".
Die verfolgenden Streifenwagen keilten den Punto ein und nahmen den unverletzten Fahrer fest, einen 33 Jahre alten Mann aus Nordrhein-Westfalen, der allerdings alleine in dem Wagen saß. Der zweite Mann muss das Auto verlassen haben, als der Fiat kurzzeitig aus dem Blickfeld der Verfolger entschwand, vermutet die Polizei.
In dem Wagen wurden zahlreiche Sammelkarten sichergestellt. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken sagte auf Nachfrage von TAG24, dass es sich dabei vermutlich um "die gesamte Tatbeute" handele.
Die Ermittlungen zu dem Fall und die Fahndung nach dem zweiten Insassen des Fiats dauern an. Hinweis nimmt die Kriminalpolizei Aschaffenburg unter der Telefonnummer 060218571733 entgegen.