Welle von Schockanrufen: Betrüger spielen mit Angst vor Krebs und wollen Geld für Medikamente
Chemnitz - Betrüger versuchen immer wieder arglosen Sachsen Geld aus der Tasche zu ziehen und nutzen dabei auch die Angst vor schrecklichen Erkrankungen aus.
Wie die Polizei mitteilte, kam es zuletzt immer häufiger zu dieser Variante der "Schockanrufe". So erhielten am Mittwoch Chemnitzer und Bewohner in Zschorlau Anrufe von angeblichen Ärzten oder Klinikmitarbeitern, die behaupteten, dass ein Angehöriger schwer an Krebs erkrankt wäre und nun ein spezielles Medikament für die Behandlung brauchen würde.
"Für die Beschaffung der Arznei wird von den Angerufenen in der Folge Geld, alternativ auch Schmuck oder Gold, gefordert", so eine Polizeisprecherin.
Auch in Wilkau-Haßlau, Zwickau, Glauchau, Adorf, Bad Elster und Bad Brambach versuchten es Betrüger mit dieser Masche. Glücklicherweise in den meisten Fällen ohne Erfolg, sodass kein Schaden entstand.
Eine Frau aus Zwickau übergab allerdings einem Mann am Mittwochnachmittag 20.000 Euro. Sie wurde erst stutzig, als ein Anruf des vermeintlichen Arztes ausblieb.
Sie beschrieb den Abholer wie folgt:
- mittelgroß und schlank
- dunkelhaarig
- etwa Mitte 30
Gesprochen hat der Mann nicht.
Die Polizei Zwickau sucht nach Zeugen, denen der beschriebene Mann in der Siedlung zwischen Werdauer Straße/B175 und Waldstraße aufgefallen ist. Hinweise werden unter der Telefonnummer 0375/4284480 entgegengenommen.
Weitere Betrugsversuche mit verschiedenen Maschen
Laut Polizei kam es in den vergangenen Tagen in der Region immer wieder zu verschiedenen Betrugsversuchen, unter anderem auch mit der Masche der falschen Bankmitarbeiter oder falschen Polizisten. Im erzgebirgischen Ehrenfriedersdorf überwies eine angebliche Bankmitarbeiterin per Fernzugriff am Mittwoch vom Konto einer Seniorin mehr als 60.000 Euro.
Das Opfer schöpfte Verdacht und kontaktierte umgehend seine Bank. So konnte die Überweisung noch gestoppt werden.
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