Nagelstudios im Visier: Großrazzia in zahlreichen Bundesländern

Sankt Augustin - In gleich fünf Bundesländern gibt es derzeit einen Großeinsatz gegen die Organisierte Kriminalität. Grund ist der Verdacht der Schleusung und Schwarzarbeit in Nagelstudios

In fünf Bundesländern gibt es eine Razzia in 49 Wohn- und Geschäftsräumen.  © Bundespolizeidirektion Sankt Augustin

Wie die Polizei meldet, befinden sich aktuell über 1000 Einsatzkräfte von Bundespolizei, Zoll, Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft im Einsatz und durchsuchen 49 Wohn- und Geschäftsräume in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Niedersachsen.

Demnach stehe ein 56-jähriger Mann aus Düsseldorf im Verdacht des gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern, des Vorenthaltens von Arbeitsentgelt und der Steuerhinterziehung.

Dem Beschuldigten gehören seit 2010 unter anderem Nagelstudios in Düsseldorf, Köln, Dortmund, Stuttgart und im Landkreis Darmstadt-Dieburg. In allen Läden soll er vietnamesische Staatsangehörige ohne entsprechende Aufenthaltserlaubnis beschäftigt haben.

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Insgesamt soll der Düsseldorfer durch die Nichtmeldung von Löhnen und Umsätzen einen Steuerschaden von mehr als sieben Millionen Euro verursacht haben.

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Nicht nur der 56-Jährige: Zwei Storemanagerinnen wegen Beihilfe dran

Zwei sogenannte Storemanagerinnen wurden von der Polizei ebenfalls in Untersuchungshaft gebracht. (Symbolbild)  © Soeren Stache/dpa

Allerdings richten sich die Ermittlungen, die von der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Köln, dem Hauptzollamt Düsseldorf und der Steuerfahndungsstelle des Landesamts zur Bekämpfung der Finanzkriminalität geführt werden, nicht nur gegen den 56-Jährigen, sondern auch gegen 26 weitere beschuldigte Personen.

Unter anderem müssen sich zwei sogenannte Storemanagerinnen im Alter von 36 und 44 Jahren wegen der Beihilfe verantworten.

Gegen alle drei Beschuldigte hat das Amtsgericht Düsseldorf Untersuchungshaft angeordnet. Am Mittwoch (14. Januar) konnten in Düsseldorf und Dortmund die Haftbefehle versteckt werden.

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Die Durchsuchungen, die in zahlreichen Städten stattfinden, sind noch in vollem Gange. Die Behörden erhoffen sich, Beweismittel sowie Vermögenswerte aufzufinden.

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