Nazi-Musik: Razzia mit Hunderten Einsatzkräften in ganz Deutschland
Rostock - Die Staatsanwaltschaft Rostock und der Staatsschutz führen seit Mittwochmorgen eine Razzia gegen mehrere Beschuldigte durch.
Durchsucht werden demnach die Räumlichkeiten von vier Beschuldigten (55, 52, 48, 43) in Anklam, Bargischow, Klein Bünzow, Reddelich (Mecklenburg-Vorpommern), Barsbüttel (Schleswig-Holstein) Wolfertschwenden und Bad Grönenbach (Bayern).
Laut der gemeinsamen Mitteilung der Staatsanwaltschaft Rostock und des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern bestehe der Verdacht, dass die Beschuldigten spätestens seit 2020 gemeinsam eine nationalsozialistische, antisemitische, rassistische und menschenverachtende Ideologie über die Herstellung volksverhetzender Musik verbreitet haben.
Zudem finden in Baden-Württemberg, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen Durchsuchungen bei acht weiteren Beschuldigten statt. Dabei wird im Zusammenhang mit der Tonträgerproduktion der mutmaßlich kriminellen Vereinigung wegen Volksverhetzungsdelikten ermittelt.
Weitere Durchsuchungen finden bei zehn nicht-tatverdächtigen Personen aus dem näheren Umfeld der Beschuldigten statt. Diese Razzien werden in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Niedersachsen und Schleswig-Holstein durchgeführt.
Knapp 400 Polizeikräfte im Einsatz
Die Ermittlungen führen zudem auch über die Grenzen Deutschlands hinaus. Gemeinsam mit den dortigen Strafverfolgungsbehörden und koordiniert durch die EU-Justizbehörde Eurojust werden Räumlichkeiten in Estland, Italien, Polen und der Tschechischen Republik durchsucht.
Festnahmen seien nicht geplant. "Die heutigen Durchsuchungen dienen
dazu, die bestehenden Verdachtsmomente aufzuklären", heißt es in der Mitteilung.
Unter der Leitung des LKA Mecklenburg-Vorpommern sind knapp 400 Polizeikräfte der beteiligten Bundesländer, des Bundes und der europäischen Nachbarländer im Einsatz.
Die Ermittlungen dauern an. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Titelfoto: Stefan Tretropp

