"Tatort"-Berater über Rebecca: "Sehen Sie sich den Fall Peggy (†9) an"

Berlin - Axel Petermann war lange Jahre Mordermittler, nun ist er Autor und "Tatort"-Berater. Warum gestaltet sich die Suche so schwierig und: Kann man einen Mörder auch nach Jahren noch überführen?

Ähnlich wie im Fall der kleinen Peggy (†9, links) könnte es viele Jahre dauern, bis die Leiche von Rebecca gefunden wird. (Bildmontage)
Ähnlich wie im Fall der kleinen Peggy (†9, links) könnte es viele Jahre dauern, bis die Leiche von Rebecca gefunden wird. (Bildmontage)  © David-Wolfgang Ebener/dpa

Der Profiler und frühere Bremer Mordermittler Axel Petermann (66) sieht die Polizei im Fall der vermissten Rebecca aus Berlin weiter vor einer überaus schwierigen Aufgabe:

"So vielen Hinweisen nachzugehen, ist natürlich eine Riesenarbeit. Besonders für diejenigen, die sich beim Überprüfen der Spuren im wahrsten Sinne die Hacken ablaufen"

Zur echten Fleißarbeit wird die Ermittlung laut Petermann auch durch die zahlreichen Hinweise: "Jede einzelne Spur sollte überprüft werden. Mit jedem Hinweisgeber sollte Kontakt aufgenommen werden, möglichst persönlich und nicht nur am Telefon. Man muss alles schriftlich festhalten, es gibt Spurenakten und Vergleiche mit anderen Hinweisgebern."

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Bei bisher 1.500 Hinweisen eine echte Sisyphusarbeit, die wohl Wochen dauern kann!

"Es kommt ja immer wieder vor, dass getötete Menschen gut versteckt wurden"

Profiler und Autor Axel Petermann (66).
Profiler und Autor Axel Petermann (66).  © Carmen Jaspersen/dpa

Petermann leitete selbst einmal eine Mordkommission und arbeitet heute als Autor und "Tatort"-Berater.

Er weiß: "Das ist nur zu schaffen mit sehr viel Personal. Wenn da nur eine Mordkommission dran ist mit etwa zehn Leuten, ist das schwierig. Das wird lange dauern, bis man alle Hinweise abgearbeitet hat."

Von außen könne er die bisherigen Spuren und Hinweise kaum beurteilen. "Sicher brauchen die Ermittler noch mehr. Letztlich muss man beweisen können, was angenommen wird: dass Rebecca im Haus ihrer Schwester von ihrem Schwager getötet wurde. Das könnte über Spuren möglich sein, die beweisen, wie sie getötet wurde oder durch Zeugenaussagen oder ein Geständnis. Auch der Fundort eines Toten sagt viel darüber aus, was mit diesem Menschen geschehen ist und weshalb der Täter diesen Ort aussuchte."

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Doch was passiert, wenn Rebeccas Leiche nicht, oder erst nach Jahren gefunden wird? Gibt es dann überhaupt noch Chancen auf Überführung des Täters?

"Es kommt ja immer wieder vor, dass getötete Menschen gut versteckt wurden, dass jemand sie vergraben hat. Sehen Sie sich den Fall Peggy an, die nach 15 Jahren im Jahr 2016 zufällig in einem Wald gefunden wurde." Es kann allerdings dennoch sein, dass ein Fall auch nach Jahren noch aufgelöst werde: "Wie weit dann noch Spuren verwertbar sind, hängt vom Zeitpunkt des Auffindens ab. Aber auch, wie der Vermisste bekleidet war und in welcher Umgebung die Leiche lag und in welchem Zustand sie ist", betont Petermann.

Rechtsmediziner, Kriminaltechniker und DNA-Experten könnten manchmal noch erstaunlich gute Ergebnisse erzielen. Rebecca ist inzwischen seit etwa einem Monat verschwunden. Hauptverdächtiger ist ihr in U-Haft sitzender Schwager Florian R.

Rebecca weiter nicht gefunden!

Die Polizei geht davon aus, dass Rebeccas Leiche in diesem Auto transportiert wurde.
Die Polizei geht davon aus, dass Rebeccas Leiche in diesem Auto transportiert wurde.  © Polizei Berlin

Die Berliner Polizei hat ihren Einsatz mit Suchhunden in Brandenburg am Samstag vorerst ohne Fund beendet.

Die Einsatzkräfte seien ausgehend von der Anschlussstelle Fürstenwalde-West der Autobahn 12 einer Spur gefolgt und in südlicher Richtung bis zu einer Landstraße in Richtung Scharmützelsee gekommen, sagte eine Polizeisprecherin. Vermutlich werde die Suche dort kommende Woche fortgesetzt. Für Sonntag war demnach zunächst nichts geplant. Die Hunde bräuchten Erholung, hieß es.

Ermittler der Mordkommission hatten sich vorgenommen, die Hunde an Anschlussstellen der A12 in Richtung Frankfurt (Oder) und Polen nach Spuren suchen zu lassen.

Auf der Strecke war das Auto des tatverdächtigen Schwagers am Morgen von Rebeccas Verschwinden und am Folgeabend erfasst worden. Die Jugendliche wird seit rund einem Monat vermisst, die Ermittler gehen von einem Tötungsdelikt aus. Ihr Schwager, ein 27-jähriger Deutscher, sitzt in Untersuchungshaft.

Titelfoto: David-Wolfgang Ebener/dpa

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