"Kinderkrankheiten": Kölner Bühnen verteidigen technische Probleme bei Inbetriebnahme der sanierten Häuser

Von Christoph Driessen

Köln - 14 Jahre lang wurden die Kölner Bühnen saniert, die Gesamtkosten belaufen sich auf weit über eine Milliarde Euro - und doch funktioniert kurz vor dem Premierenwochenende noch lange nicht alles einwandfrei.

Projektleiter Jürgen M. Volm (52) verteidigt die technischen Probleme bei der Inbetriebnahme der sanierten Häuser der Kölner Bühnen.  © Henning Kaiser/dpa

So habe die Untermaschinerie der Bühnentechnik der Oper "Probleme mit der Zuverlässigkeit", sagte Projektleiter Jürgen M. Volm (52) kurz vor dem Festakt zur Wiedereröffnung am Donnerstagabend.

Insgesamt gehe es dabei aber um "Kinderkrankheiten", denn wenn man einen so großen Bühnenbetrieb nach 14 Jahren erstmals bespielen wolle, zeigten sich in der Praxis immer Probleme.

"Wir haben mit all diesen Dingen zu kämpfen, die jede Baustelle und jede Kulturinstitution hat", sagte Kulturdezernent Stefan Charles (59). Die Herausforderung bestehe jetzt darin, eine Baustelle "in ein Kunstproduktionszentrum umzubauen", formulierte es Schauspielintendant Kay Voges (54).

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Grundsätzlich gelte: "Theater ist immer ein Risiko." Wenn da plötzlich etwas nicht funktioniere, "geht einem die Pumpe" - das gelte im Prinzip immer aber ganz bestimmt, wenn man sich ein Haus ganz neu erschließen müsse. Eine Verschiebung hätte da auch nichts gebracht: "Wir müssen aufmachen, damit wir dieses Haus unter Kontrolle bekommen." Das neue Bühnen-Ensemble sei wie ein Rennwagen und "diesen Rennwagen, den muss man jetzt wirklich fahren lernen", sagte Voges.

Opernintendant Hein Mulders (63) betonte, man habe nie daran gedacht, die Premieren abzusagen. Wo etwas gehakt habe, habe man andere Lösungen gefunden. "Die Einschränkungen sind eigentlich minimal." Er erwarte eine "wunderschöne Premiere". 

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Aus dem "Desaster" der Endlos-Sanierung lernen

Eigentlich sollten die Oper und das Schauspielhaus schon 2015 wiedereröffnet werden.  © Thomas Banneyer/dpa

Die Oper und das Schauspielhaus in Köln stammen aus dem Jahr 1957 beziehungsweise 1962. 2012 wurden sie für eine Generalsanierung geschlossen.

Anfangs war eine Wiedereröffnung für 2015 geplant - es wurde dann 2026. Während die Bauarbeiten liefen, mussten Oper und Schauspiel auf andere Spielstätten ausweichen.

Schauspielintendant Voges sagte, man müsse aus dem "Desaster" der Endlos-Sanierung etwas lernen. "Diese 14 Jahre und dieses Geld, das ist Steuergeld, und das sehen alle hier am Tisch hier so, dass das nicht sein kann - und vielleicht werden wir klüger durch das, was hier falsch gelaufen ist."

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Dies seien Lehren für das ganze sanierungsbedürftige Deutschland mit seinen teils katastrophalen Großbaustellen, "wo man das Gefühl hat, dass die falschen Leute reicher und reicher werden".

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