Kölner Zoo präsentiert neue Waschbären: Sie heißen wie eine bekannte Verbrecherbande

Köln – Und wieder gibt es Zuwachs im Kölner Zoo: Vier Waschbär-Männchen dürfen den Tierpark im Kölner Norden seit dem 28. Mai ihr neues Zuhause nennen.

Die kleinen Fellknäuel erkundeten ihr Gehege bereits von Außen und büxten über Büsche aus.
Die kleinen Fellknäuel erkundeten ihr Gehege bereits von Außen und büxten über Büsche aus.  © Hans Feller

Die vier maskierten Kleinbären hören auf die Namen Joe, William, Jack und Averell – genau wie die vier Verbrecher aus der Kult-Comic-Serie Lucky Luke.

Die kleinen grauen Bären machten ihren Namen auch direkt alle Ehre: Sie begaben sich nämlich auf Entdeckerreise und flüchteten über angrenzende Pflanzen aus ihrem Gehege. Ihre Vormieter kamen nie so weit, da die alten Weibchen längst nicht mehr so pfiffig waren wie die vier jungen Waschbären.

Wie der Zoo erklärte, kommen Waschbären ursprünglich aus Nordamerika und würden sich in Europa eigentlich gar nicht natürlich verbreiten. Daher nennt man sie auch Neozoen, eine sogenannte "invasive Art".

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Zoos und Privatpersonen dürfen die Tiere aus diesem Grund nicht mehr züchten, da sie sich durch die optimalen Nahrungsverhältnisse hierzulande schnell vermehren. "Daher sind unsere vier Männer auch alle kastriert", teilte der Zoo mit.

Es wird vermutet, dass sich die pelzigen Kleinbären Ende des Zweiten Weltkrieges aus europäischen Pelzfarmen stahlen und seitdem in freier Wildbahn leben und überleben.

Die vier Brüder wurden in Hattingen in der Wildnis gefunden und wuchsen zunächst in einer Auffangstation auf, bevor sie an den Kölner Zoo vermittelt wurden.
Die vier Brüder wurden in Hattingen in der Wildnis gefunden und wuchsen zunächst in einer Auffangstation auf, bevor sie an den Kölner Zoo vermittelt wurden.  © Hans Feller

Waschbären sind naschsüchtige Allesfresser

Der Waschbär ist als kleiner Allesfresser bekannt. Bei vielen Obstbauern oder Winzern ist er daher alles andere als beliebt. Die Kleinbären können aber auch für andere Tiere gefährlich werden, da sie gern die Nester von Vögeln plündern und seltene Amphibien verspeisen.

Interessantes Hintergrundwissen: Waschbären tragen ihren Namen nicht, weil sie so reinlich sind, sondern weil sie ihr Futter an kleinen Wasserstellen "abwaschen".

"Daher weist die Kölner Anlage auch einen Bachlauf auf, um dieses natürliche Verhalten zeigen zu können", teilte der Zoo mit.

Titelfoto: Hans Feller

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